Trump: „Die Feindschaft zwischen Putin und Selenskyj ist absurd"

US-Präsident Trump beklagte in einem Fox-News-Interview die tiefe Feindschaft zwischen Selenskyj und Putin als zentrales Hindernis für ein Kriegsende – und versicherte dennoch, er werde den Konflikt lösen.

Trump: „Die Feindschaft zwischen Putin und Selenskyj ist absurd"
Foto: Library of Congress / Unsplash

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Fernsehinterview offen über den Stand seiner Vermittlungsbemühungen im Krieg gegen die Ukraine geäußert. In einem Gespräch mit dem Sender Fox News erklärte Trump, dass die tiefe persönliche Feindschaft zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Machthaber Wladimir Putin die Bemühungen um ein Kriegsende erheblich erschwere. Gleichzeitig versicherte er, dass er den Konflikt dennoch für lösbar halte – und unterstrich einmal mehr seinen Anspruch als erfahrener Krisenmanager.

„Die Feindschaft zwischen Putin und Selenskyj ist lächerlich, sie ist absurd. Hass ist eine schlechte Voraussetzung, wenn man versucht, etwas zu lösen", sagte Trump in dem Interview. Die Äußerung macht deutlich, wie sehr der US-Präsident den persönlichen Faktor als Hindernis im Friedensprozess bewertet. Trump sieht sich offenbar weniger als politischen Vermittler denn als jemanden, der in erster Linie die menschliche Dynamik zwischen den Kriegsparteien überbrücken muss.

Trotz der offenkundigen Schwierigkeiten zeigte sich Trump überzeugt, dass eine Lösung möglich sei. „Wir versuchen, etwas zu tun, aber die Kampfhandlungen gehen weiter. Das ist ein sehr blutiger Krieg. Das ist sehr schlimm", sagte er. Und fügte hinzu: „Ich habe acht Kriege beigelegt, und diesen hielt ich für den leichtesten. Aber es wird geschehen… Wir arbeiten an der Situation mit Russland und der Ukraine und hoffen, dass es uns gelingt." Es ist nicht das erste Mal, dass Trump auf diese Zahl verweist – die Behauptung, acht Konflikte beigelegt zu haben, ist zu einem festen Bestandteil seiner außenpolitischen Selbstdarstellung geworden.

Bemerkenswert war Trumps Aussage zu seinen direkten Kontakten mit beiden Kriegsparteien. Der US-Präsident bestätigte, dass er regelmäßig sowohl mit Putin als auch mit Selenskyj spricht – lehnte es aber ab, Einzelheiten preiszugeben. „Ich möchte das nicht offenlegen, aber ich stehe wirklich in Kontakt mit Putin, und ich spreche mit Präsident Selenskyj, und das sind gute Gespräche", so Trump. Was genau in diesen Gesprächen besprochen wird und ob es dabei konkrete Fortschritte gibt, ließ er bewusst offen.

Trumps Aussagen fallen in eine Phase, in der die diplomatische Lage rund um den Ukraine-Konflikt zunehmend unübersichtlich wird. Selenskyj hatte zuletzt erklärt, die Ukraine sei zu Dreiergesprächen mit den USA und Russland in Aserbaidschan bereit – allerdings nur unter der Bedingung, dass Moskau tatsächlich Bereitschaft zur Diplomatie zeige. Gleichzeitig signalisierte er, dass er grundsätzlich für Treffen in verschiedenen Formaten offen sei, etwa in der Türkei oder im Nahen Osten – nicht aber in Russland oder Belarus.

Auf amerikanischer Seite zeichnet sich unterdessen eine gewisse Distanzierung von Kyjiw ab. Beobachter und Medienberichte deuten darauf hin, dass Washington seine direkte Rolle als Unterstützer der Ukraine zumindest vorübergehend zurückgefahren hat. Europa wiederum befindet sich laut Analysten in einer Findungsphase: Zwar wächst auf dem Kontinent das Bewusstsein, dass zwischen der Ukraine und Russland eine fundamentale Unvereinbarkeit der Interessen und Ziele besteht – ein tragfähiges gemeinsames Konzept für den Weg zum Frieden fehlt jedoch noch.

Russland seinerseits zeigt kaum ernsthafte Signale in Richtung Verhandlungsbereitschaft. Militärisch hält Moskau den Druck auf die gesamte Frontlinie aufrecht, während die Kreml-Führung politisch weiterhin auf Zeit zu spielen scheint. Für Trump bedeutet das: Sein selbst gesetztes Ziel einer schnellen Kriegsbeendigung wird sich als deutlich schwieriger erweisen als ursprünglich erhofft. Wie er mit dieser Realität umgeht – ob er den Druck auf Moskau erhöht oder weiter auf Deeskalation durch direkte Gespräche setzt –, dürfte in den kommenden Wochen eine der entscheidenden Fragen der internationalen Diplomatie bleiben.

Der US-Präsident hat bereits früh nach seinem Amtsantritt signalisiert, den Ukraine-Krieg zu einem raschen Ende bringen zu wollen. Seitdem hat er sich mehrfach direkt mit Selenskyj getroffen und dabei mal Verständnis für die ukrainische Position signalisiert, mal öffentlichen Druck auf Kyjiw ausgeübt. Seine jüngsten Aussagen lassen erkennen, dass er den Schlüssel zur Lösung weiterhin in persönlichen Gesprächen mit den Hauptakteuren sucht – auch wenn der Weg dorthin noch weit ist.