Manipuliert per Messenger: Jugendlicher schießt in ukrainischer Schule — Terrorermittlung eingeleitet
Ein 15-jähriger Schüler hat in der westukrainischen Stadt Tschop in der Schule auf einen Mitschüler geschossen — offenbar gesteuert von Unbekannten, die ihn über ein Online-Spiel angeworben und unter Druck gesetzt hatten.
In der westukrainischen Stadt Tschop in der Oblast Transkarpatien hat ein 15-jähriger Schüler während des Unterrichts auf einen Mitschüler geschossen und ihn verletzt. Die ukrainische Nationalpolizei hat den Vorfall als Terrorakt eingestuft und ein Ermittlungsverfahren nach Artikel 258 des ukrainischen Strafgesetzbuches eingeleitet.
Nach bisherigem Ermittlungsstand hatte der Jugendliche nicht aus eigenem Antrieb gehandelt. Laut Polizei stand er über einen Messenger-Dienst in Kontakt mit unbekannten Personen, die er ursprünglich über ein Online-Spiel kennengelernt hatte. Diese sollen ihm gedroht haben, seinen Angehörigen Schaden zuzufügen, sollte er ihren Anweisungen nicht folgen. Die Behörden gehen davon aus, dass der Schüler unter erheblichem psychologischem Druck handelte und gezielt manipuliert worden war.
Die Schusswaffe, die der Minderjährige verwendete, war ursprünglich eine Schreckschusspistole, die zu einer funktionsfähigen Schusswaffe umgebaut worden war. Der verletzte Mitschüler wurde medizinisch versorgt; sein Leben ist nicht in Gefahr. Der Schütze flüchtete nach der Tat, wurde jedoch innerhalb weniger Minuten von Streifenpolizisten gestoppt und festgenommen.
Die Polizei konzentriert ihre Ermittlungen nun auf zwei Stränge: die vollständige Rekonstruktion des Tatablaufs sowie die Identifizierung der hinter dem Anschlag stehenden Personen. Dabei werden laut Behördenangaben sämtliche digitalen Kommunikationskanäle ausgewertet, über die der Jugendliche beeinflusst wurde.
Der Fall reiht sich in ein Muster ein, das ukrainische Sicherheitsbehörden seit Beginn des russischen Angriffskriegs zunehmend beobachten: die gezielte Rekrutierung und Manipulation junger oder vulnerabler Menschen über soziale Netzwerke und Online-Spielplattformen, um sie zu kriminellen oder destabilisierenden Handlungen zu verleiten. Ob russische Geheimdienste hinter dem Vorfall in Tschop stehen, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.