Finnland stellt Ukraine 300 Millionen Dollar für die Verteidigung bereit

Finnland stellt der Ukraine ein neues Verteidigungspaket im Wert von 300 Millionen Dollar zur Verfügung – ein Großteil davon soll die ukrainische Luftverteidigung stärken.

Finnland stellt Ukraine 300 Millionen Dollar für die Verteidigung bereit
Foto: András Rátonyi / Unsplash

Finnland hat zugesagt, der Ukraine ein Verteidigungspaket im Umfang von 300 Millionen US-Dollar bereitzustellen. Das gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntagabend in seinem Telegram-Kanal bekannt, nachdem er sich mit dem finnischen Premierminister Petteri Orpo getroffen hatte. Ein Großteil der Mittel soll demnach in den Ausbau der ukrainischen Luftverteidigung fließen.

Selenskyj betonte, wie wichtig die Unterstützung aus Helsinki für die ukrainischen Verteidigungsanstrengungen sei. Die Prioritäten seien gemeinsam festgelegt worden – an erster Stelle stehe dabei die Stärkung der Flugabwehr, die mit diesem Paket gezielt ausgebaut werden soll. „Wir schätzen das aufrichtig, und wir haben die vorrangigen Bereiche unserer Verteidigung besprochen – vor allem die Luftverteidigung –, die mit diesem Paket gestärkt werden können", erklärte der Präsident. Finnland gehört seit dem Beginn des russischen Vollangriffs auf die Ukraine im Februar 2022 zu den konsequentesten Unterstützern Kyjiws und hat seitdem in mehreren Paketen militärische wie finanzielle Hilfe geleistet.

Über die finanzielle Unterstützung hinaus schlug Selenskyj vor, die bilateralen Beziehungen zwischen der Ukraine und Finnland durch ein Drohnenabkommen auf eine neue Grundlage zu stellen. Die Ukraine sei bereit, ihr Fachwissen auf dem Gebiet der unbemannten Systeme zu teilen und damit jene Länder zu stärken, die Kyjiw von Anfang an unterstützt hätten. Dieses Angebot unterstreicht den zunehmend strategischen Charakter der ukrainisch-finnischen Partnerschaft, die über bloße Waffenlieferungen hinausgeht und technologische Kooperation einschließt. Gerade im Bereich der Drohnentechnologie hat die Ukraine in den vergangenen Jahren erhebliche Eigenentwicklungen vorangetrieben und gilt mittlerweile als einer der führenden Akteure auf diesem Gebiet.

Beim Treffen kamen auch Fragen der europäischen Integration der Ukraine zur Sprache. Selenskyj verwies auf die derzeit günstigen Bedingungen für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union und machte deutlich, dass die Ukraine alle Voraussetzungen dafür erfülle. „Gerade jetzt eröffnet sich eine gute Gelegenheit für den Beginn von Verhandlungen, und die Ukraine verdient das vollauf", sagte er. Finnland, das selbst erst 2023 der NATO beitrat und die russische Bedrohung aus eigener historischer Erfahrung kennt, unterstützt den europäischen Kurs Kyjiws nachdrücklich.

Das neue finnische Paket reiht sich ein in eine Reihe jüngerer Unterstützungszusagen westlicher Länder. Deutschland hatte erst in der vergangenen Woche seinen Haushaltsentwurf für 2027 beschlossen, der Hilfen für die Ukraine in Höhe von 11,6 Milliarden Euro vorsieht, gefolgt von je 8,5 Milliarden Euro in den Jahren 2028 bis 2030. Gleichzeitig steht die Ukraine vor der Herausforderung, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die Militärhilfe für Kyjiw aus dem Haushaltsentwurf für 2027 gestrichen hat. Der republikanische Senator Mitch McConnell hatte zudem öffentlich kritisiert, dass das Pentagon bislang rund 400 Millionen Dollar an bereits bewilligten Mitteln noch nicht an die Ukraine ausgezahlt habe.

Vor diesem Hintergrund gewinnen die Zusagen europäischer Partner wie Finnland an besonderer Bedeutung. Helsinki sendet damit ein klares politisches Signal: Europa ist bereit, die Unterstützung der Ukraine auch dann aufrechtzuerhalten und auszubauen, wenn die Vereinigten Staaten ihre Rolle als zentraler Unterstützer Kyjiws zunehmend zurückfahren. Für die Ukraine bedeutet das finnische Paket nicht nur eine konkrete militärische Stärkung, sondern auch eine wichtige Bekräftigung des politischen Rückhalts, den das Land auf seinem Weg durch den Krieg und in Richtung europäischer Integration benötigt.