Deutschland liefert Ukraine Hunderte Patriot-Raketen
Auf dem Ramstein-Treffen hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius angekündigt, dass die Ukraine im Rahmen eines Vier-Milliarden-Euro-Pakets in den nächsten vier Jahren Hunderte gelenkte Patriot-Raketen sowie zusätzliche Iris-T-Abschussrampen erhalten wird.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat auf der Pressekonferenz nach der 34. Sitzung der Ukraine-Verteidigungskontaktgruppe im Ramstein-Format angekündigt, dass die Ukraine in den kommenden vier Jahren Hunderte gelenkte Raketen für das Patriot-Flugabwehrsystem erhalten wird. Die Lieferungen sollen schrittweise erfolgen und sind Teil eines umfassenden Verteidigungspakets, das Deutschland gemeinsam mit seinen Partnern vereinbart hat.
Pistorius betonte, die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung bleibe für Deutschland oberste Priorität, da es dabei um die tägliche Rettung von Menschenleben gehe. Neben den Patriot-Raketen sollen der Ukraine zusätzliche Abschussrampen für die Iris-T-Luftverteidigungssysteme bereitgestellt werden.
Darüber hinaus kündigte der Bundesverteidigungsminister an, Deutschland werde die Produktion weiterer weitreichender Drohnen vom Typ DeepStrike in der Ukraine finanzieren. Gemeinsam mit ukrainischen Partnern sollen zudem unbemannte Angriffssysteme mit mittlerer und großer Reichweite gemeinsam entwickelt und produziert werden. Ergänzend ist ein digitaler Austausch von Gefechtsinformationen in Echtzeit geplant.
Pistorius räumte ein, dass es bei den finanziellen Beiträgen der Partnerstaaten zur PURL-Initiative — einem Mechanismus zur gemeinsamen Beschaffung von Waffen in den USA — gewisse Ungleichgewichte gebe. Er versicherte jedoch, dass aktuell ausreichend Mittel bereitstünden, um konkrete Lieferungen von Drohnen, Raketen und weiterem Gerät an die Ukraine zu finanzieren.
Das Ramstein-Treffen fand einen Tag nach der Unterzeichnung eines bilateralen Verteidigungskooperationsabkommens zwischen der Ukraine und Deutschland statt. Das am 14. April vereinbarte Paket hat ein Gesamtvolumen von vier Milliarden Euro und umfasst neben der Luftverteidigung auch die Stärkung weitreichender Fähigkeiten sowie die gemeinsame Drohnenproduktion. Darin enthalten ist auch ein Vertrag über mehrere Hundert Patriot-Raketen, den Deutschland finanzieren wird.
Der Bedarf an Patriot-Abfangraketen ist für die Ukraine besonders drängend. Selenskyj hatte am 10. April bestätigt, dass eine neue Lieferung von Abfangraketen für Patriot-Systeme eingetroffen sei. Gleichzeitig wächst die Sorge unter Analysten über den hohen Verbrauchsgrad der verfügbaren Raketen — die Produktionskapazitäten halten mit dem aktuellen Bedarf kaum Schritt.