Belgien und Spanien sagen Ukraine je eine Milliarde Euro zu – weitere F-16 bestätigt

Belgien und Spanien verstärken ihre Militärhilfe für die Ukraine – und Belgien legt noch eine Schippe drauf: Kyjiw bekommt weitere F-16-Kampfjets.

Belgien und Spanien sagen Ukraine je eine Milliarde Euro zu – weitere F-16 bestätigt
Foto: Berend Verheijen / Unsplash

Kurz vor einer neuen Sitzung im Ramstein-Format haben Belgien und Spanien der Ukraine bedeutende Pakete an Verteidigungshilfe zugesagt. Beide Länder stellen in diesem Jahr jeweils eine Milliarde Euro bereit. Darüber hinaus bestätigte Belgien die Lieferung weiterer Kampfjets vom Typ F-16 sowie die Versorgung der ukrainischen Luftwaffe mit Ersatzteilen für bereits vorhandene Maschinen.

Das gab der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nach einem Gespräch mit seinen Amtskollegen bekannt – dem belgischen Verteidigungsminister Theo Francken und der spanischen Ministerin Margarita Robles. In dem Dreiergespräch vereinbarten die Seiten zentrale Schwerpunkte der künftigen Zusammenarbeit: die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, der Ausbau von Drohnenkapazitäten sowie die sogenannte Tschechische Initiative, die auf eine kontinuierliche Versorgung der ukrainischen Frontverbände mit Artilleriemunition abzielt.

Für Kyjiw sind die belgischen F-16-Zusagen von besonderer Bedeutung. Belgien zählt zu den Ländern, die sich bereits früh zur Lieferung des westlichen Kampfjets an die Ukraine bekannt haben. Der Prozess hatte sich jedoch wiederholt verzögert – unter anderem wegen offener Fragen zur Ausbildung ukrainischer Piloten und zur Abstellungslogistik. Die nun erneuerte Zusage weiterer Maschinen sowie die Ankündigung stabiler Ersatzteillieferungen soll die Einsatzbereitschaft der ukrainischen F-16-Flotte langfristig sichern. Die Ukraine hatte in den vergangenen Monaten bereits erste Verluste bei den gelieferten Jets zu beklagen.

Im Gespräch mit den europäischen Partnern betonte Fedorow auch das Interesse an einer vertieften industriellen Zusammenarbeit – insbesondere im Rahmen des europäischen Rüstungsmechanismus SAFE. Die Ukraine sei bereit, eine Liste von Herstellern vorzulegen, die eine Kooperation mit spanischen Unternehmen aufnehmen könnten, so der Minister. Umgekehrt bot Kyjiw an, spanische Drohnensysteme unter realen Kampfbedingungen zu testen – ein Angebot, das die Ukraine seit Monaten verschiedenen europäischen Partnern macht, um die eigene Rolle als Testfeld für moderne Militärtechnologie zu festigen.

Das Ramstein-Format, in dessen Vorfeld die Gespräche stattfanden, trifft sich regelmäßig auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein, um die Militärhilfe für die Ukraine zu koordinieren. Seit dem russischen Großangriff im Februar 2022 ist es zum wichtigsten Abstimmungsgremium der westlichen Unterstützerkoalition geworden. Zuletzt stand das Format unter dem Eindruck wachsender Unsicherheiten über den künftigen amerikanischen Beitrag – was die europäischen Mitglieder dazu bewogen hat, ihre eigenen Zusagen spürbar zu erhöhen.