Umbau im Machtzentrum: Selenskyj ordnet den Nationalen Sicherheitsrat neu
Das Personalkarussell in Kyjiw dreht sich weiter: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Zusammensetzung des einflussreichen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates (RNBO) per Dekret geändert. Prominentester Abgang ist der ehemalige Geheimdienstchef Wassyl Maljuk.
Mit dem heute veröffentlichten Dekret Nr. 27/2026 zieht Selenskyj die administrativen Konsequenzen aus den jüngsten Führungswechseln an der Spitze der ukrainischen Sicherheitsbehörden. Das Dokument besiegelt das Ausscheiden von Wassyl Maljuk aus dem strategischen Gremium. Maljuk, der bis vor Kurzem den Inlandsgeheimdienst SBU leitete, verliert damit seinen Sitz im innersten Zirkel der Sicherheitsberatung.
Neue Köpfe am Tisch
Gleichzeitig füllt der Präsident die entstandenen Lücken mit neuen Vertrauten und Amtsinhabern auf. Drei Schlüsselfiguren wurden neu in den Rat berufen:
- Oleksandr Poklad: Der neue Chef des SBU nimmt erwartungsgemäß den Platz seines Vorgängers ein.
- Oleh Iwaschtschenko: Auch der Leiter des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes (SZRU) erhält einen Sitz im Rat.
- Ruslan Krawtschenko: Der stellvertretende Leiter des Büros des Präsidenten rückt ebenfalls in das Gremium auf.
Hintergrund der Rotation
Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat ist das zentrale Koordinationsorgan für alle Fragen der nationalen Sicherheit und Verteidigung in der Ukraine. Die Personalentscheidungen sind daher mehr als bloße Bürokratie – sie spiegeln die aktuelle Machtstruktur wider.
Dass die neuen Leiter der Nachrichtendienste (SBU und SZRU) sowie ein hochrangiger Vertreter des Präsidialamtes direkt eingebunden werden, soll sicherstellen, dass der Informationsfluss zum Präsidenten nahtlos funktioniert und Entscheidungen in Kriegszeiten ohne Verzögerung umgesetzt werden können. Das Dekret tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.