Ukraine wirft Ungarn Misshandlung ukrainischer Bankmitarbeiter vor
Der diplomatische Konflikt zwischen der Ukraine und Ungarn spitzt sich weiter zu.
Kyjiw/Budapest – Nach der Festnahme und anschließenden Ausweisung von sieben Mitarbeitern der ukrainischen Staatsbank Oschadbank erhebt das ukrainische Außenministerium schwere Vorwürfe gegen Budapest: Die Bankangestellten seien während ihrer Haft psychischem und physischem Druck ausgesetzt worden.
Die sieben Ukrainer waren am Donnerstag in Ungarn festgenommen worden, als sie Bargeld aus Österreich in die Ukraine transportierten. Die ungarischen Behörden begründeten die Festnahme mit dem Verdacht auf Geldwäsche und beschlagnahmten den Transport – 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro sowie neun Kilogramm Gold. Kyjiw wertete die Aktion hingegen als Geiselnahme. Am Freitag wurden die Mitarbeiter freigelassen, allerdings mit einem dreijährigen Einreiseverbot für den Schengen-Raum belegt.
Der Vorfall fügt sich in eine Serie wachsender Spannungen zwischen beiden Ländern ein. Nach ukrainischen Angaben war die Druschba-Pipeline, über die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn fließt, im Januar infolge eines russischen Angriffs beschädigt worden. Budapest und Bratislava werfen Kyjiw vor, die Reparaturen zu verzögern. Als Reaktion darauf blockiert Ungarn derzeit sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland.
Die Oschadbank und ihre Anwälte in Ungarn bestehen unterdessen auf der Rechtmäßigkeit des beschlagnahmten Transports und fordern die sofortige Rückgabe der einbehaltenen Gelder.