Ukraine feiert triumphalen Gefangenenaustausch: 157 Helden kehren aus russischer Haft heim

In einem dramatischen Akt der Diplomatie und des Durchhaltevermögens hat die Ukraine 157 ihrer Bürger aus russischer Gefangenschaft befreit.

Ukraine feiert triumphalen Gefangenenaustausch: 157 Helden kehren aus russischer Haft heim
Fotos: Ukrainisches Präsidialamt, Ukrinform

Darunter befinden sich 150 Militärangehörige und sieben Zivilisten, die teils seit dem Frühjahr 2022 in Haft waren. Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete die frohe Botschaft gestern in Kyjiw an der Seite des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und sprach von einem "sehr guten" Tag für die betroffenen Familien.

Der Austausch, der insgesamt 314 Gefangene umfasste, wurde in intensiven Verhandlungen in Abu Dhabi vereinbart – mit Beteiligung von Delegationen aus den USA, der Ukraine und Russland. Es handelt sich um eine der größten Operationen dieser Art seit Beginn des Konflikts, die von Spannungen und Verzögerungen geprägt war. Kyrylo Budanow, Leiter des ukrainischen Geheimdienstes, betonte die Härte der Gefangenschaft: "Unsere Verteidiger haben extrem schwere Prüfungen durchgestanden, aber sie haben standgehalten."

Unter den Heimkehrern sind wahre Helden der ukrainischen Verteidigung: 139 von ihnen waren seit 2022 inhaftiert, darunter 19 illegal Verurteilte – 15 sogar zu lebenslanger Haft. Viele stammen aus den Reihen der Streitkräfte, die Mariupol heldenhaft verteidigten, wo der Widerstand gegen die russische Belagerung zu einem Symbol des ukrainischen Unbeugsamkeitsgeistes wurde. Die Rückkehrer umfassen Soldaten der Armee, Marine, Luftwaffe, Nationalgarde und Grenzschutz – von einfachen Soldaten bis zu Offizieren. Sie kämpften an Fronten in Luhansk, Donezk, Charkiw, Saporischschja, Cherson, Sumy und Kyjiw.

Besonders berührend sind die persönlichen Schicksale: Der jüngste Heimkehrer ist erst 23 Jahre alt und wurde mit 19 in Mariupol gefangen genommen, wo er zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Der Älteste ist 63. Ein Nationalgardist war sogar nach der Eroberung des Kernkraftwerks Tschernobyl inhaftiert. Nun erwartet sie alle eine umfassende medizinische Untersuchung, physische und psychische Rehabilitation sowie staatliche Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Selenskyj, sichtlich bewegt, sagte: "Heute gibt es einen Austausch. Ich begrüße alle Familien, die in Kürze ihre Liebsten und Verwandten zu Hause treffen werden. Das ist sehr gut. 157 Krieger der Ukraine sind nach Hause zurückgekehrt." Er kündigte an, dass das Thema weiterer Austausche in Abu Dhabi erneut auf den Tisch kommen werde: "Ich denke, die Gruppen werden sich wieder treffen und dieses Thema besprechen. (...) Wir müssen das Thema der nächsten Austausche ansprechen."

Budanow dankte dem Koordinationsstab für Kriegsgefangene und allen beteiligten Strukturen für ihre professionelle Arbeit. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle der USA und der Vereinigten Arabischen Emirate als Vermittler: "Ein besonderer Dank gilt unseren Partnern aus den Vereinigten Staaten von Amerika und den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre Vermittlung und Hilfe."

Dieser Erfolg kommt zu einem Zeitpunkt, da der Konflikt weiter eskaliert und humanitäre Fragen im Vordergrund stehen. Experten sehen darin ein Zeichen, dass diplomatische Kanäle trotz des Krieges offen bleiben könnten. Für die Ukraine ist es nicht nur eine Zahl, sondern ein Funke Hoffnung: Jeder Heimkehrer symbolisiert den unerschütterlichen Willen eines Volkes, das für Freiheit kämpft.