Trump sieht Putin als verlässlicheren Partner als NATO-Verbündete
Eine US-Journalistin gibt nach einem Gespräch mit Trump Einblicke, die in Europa für Schrecken sorgen dürften: Der US-Präsident vertraut Putin mehr als seinen NATO-Verbündeten – und bezeichnet Selenskyjs Hilfe im Nahen Osten als bloßen PR-Trick.
Die US-Journalistin Stephanie Ruhle vom Sender MS NOW hat nach einem 15-minütigen Gespräch mit Präsident Donald Trump ein ernüchterndes Bild seiner außenpolitischen Grundhaltung gezeichnet: Trump bringe Putin gegenüber mehr Vertrauen auf als irgendeinem seiner europäischen Verbündeten. Selenskyj sei „sehr schwierig im Umgang – schwieriger als Putin". Und die Unterstützung der Ukraine für die USA im Nahen Osten? Tue der ukrainische Präsident alles nur „aus politischen und PR-Gründen". Ruhle fasste zusammen: „Sie haben nichts getan."
Das Gespräch begann mit dem Thema Iran. Trump erklärte dabei, die USA könnten „schon morgen abziehen", weil sie „einen Großteil des Landes und seiner Macht zerstört" hätten. Gleichzeitig räumte er ein, dass das Ajatollah-Regime damit noch nicht endgültig besiegt sei und sich erholen könne – eine bemerkenswert ambivalente Einschätzung für einen Präsidenten, der den Iran-Einsatz öffentlich als Erfolg darstellt.
Besonders scharf fiel Trumps Kritik an den NATO-Verbündeten aus, die „absolut nichts geholfen" hätten im Krieg gegen den Iran. Gleichzeitig betonte er, die USA bräuchten ihre Hilfe ohnehin nicht. Dieses Muster – Verbündete beschimpfen, ihre Unterstützung aber gleichzeitig als unnötig abtun – ist charakteristisch für Trumps Kommunikation und hinterlässt in europäischen Hauptstädten tiefes Misstrauen.
Für Kyjiw sind Trumps Aussagen über Selenskyj besonders heikel. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen 201 Militärexperten in die Golfstaaten entsandt, um bei der Schahed-Drohnenabwehr zu helfen, und den USA bereits Drohnenabfangsysteme geliefert. Selenskyj hatte diese Zusammenarbeit öffentlich als konkreten Beitrag der Ukraine zur gemeinsamen Sicherheit dargestellt. Trump scheint diese Leistungen nicht anzuerkennen – oder sie bewusst kleinzureden.
Das Bild, das Ruhles Bericht zeichnet, passt zu einer Reihe jüngster Entwicklungen: Trump lockerte Sanktionen gegen russische Energieträger, strich Russland-nahe Akteure von Sanktionslisten und ließ ein russisches Geheimdienstangebot – keine Iran-Hilfe gegen Ende der Ukraine-Unterstützung – offenbar zumindest intern diskutieren, bevor es abgelehnt wurde. Europäische Diplomaten warnen seit Wochen, dass Moskau systematisch versuche, einen Keil zwischen Washington und seine Verbündeten zu treiben – und Trumps Haltung diese Strategie begünstigt.