Tragische Nacht in Kyjiw: Vier Tote und 25 Verletzte nach massivem russischen Angriff

Eine weitere schwere Angriffswelle hat die ukrainische Hauptstadt erschüttert.

Tragische Nacht in Kyjiw: Vier Tote und 25 Verletzte nach massivem russischen Angriff
Foto: Ukrinform

Kyjiw – In der Nacht zum 9. Januar führten russische Streitkräfte einen kombinierten Angriff mit Drohnen und Raketen auf Kyjiw durch, der verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung und die städtische Infrastruktur hatte.

​Steigende Opferzahlen und tragische Verluste

​Wie die Kyjiwer Stadtstaatsanwaltschaft am Morgen mitteilte, ist die Zahl der Verletzten auf 25 Personen angestiegen. Besonders tragisch ist der Tod von vier Menschen, deren Leben durch den Angriff abrupt beendet wurde.

​Unter den Todesopfern befinden sich drei Bewohner eines Wohnkomplexes im Dniprowskyj-Viertel, die in ihren eigenen Heimen getötet wurden. Ein weiteres Opfer ist ein 58-jähriger Notarzt. Er hatte sein Leben dem Dienst an anderen gewidmet und war in den Darnyzkyj-Bezirk geeilt, um den Opfern der ersten Angriffswelle zu helfen, als er selbst tödlich getroffen wurde.

​Der Angriff machte keinen Unterschied zwischen Zivilisten und Helfern: Unter den Verletzten befinden sich neben Anwohnern auch weiteres medizinisches Personal, Rettungskräfte sowie ein Polizeibeamter, die alle im Einsatz waren, um Leben zu retten und die Folgen des Beschusses zu mildern.

​Weitreichende Zerstörung im Stadtgebiet

​Die Auswirkungen des nächtlichen Terrors sind in weiten Teilen der Hauptstadt sichtbar. Die Angriffe hinterließen Schäden in insgesamt sieben Stadtbezirken:

  • ​Darnyzkyj
  • ​Dniprowskyj
  • ​Desnjanskyj
  • ​Petscherskyj
  • ​Schewtschenkiwskyj
  • ​Holossijiwskyj
  • ​Swjatoschynskyj

​Die Bilanz der materiellen Schäden ist umfangreich. Nach ersten Erkenntnissen wurden 19 Hochhäuser beschädigt. Die Zerstörungswut traf auch diplomatische Einrichtungen – so wurde das Gebäude einer Botschaft in Mitleidenschaft gezogen. Auch Bildungseinrichtungen blieben nicht verschont; in einem Kindergarten wurden die Fenster durch die Druckwellen herausgesprengt.

​Weitere dokumentierte Schäden betreffen ein Straßenbahndepot, ein im Bau befindliches Hochhaus, einen Supermarkt sowie eine Tankstelle. Zahlreiche Fahrzeuge, die in den betroffenen Gebieten geparkt waren, wurden zerstört oder beschädigt.

​Juristische Konsequenzen und laufende Ermittlungen

​Die ukrainischen Behörden reagierten umgehend auf die Ereignisse. Unter der verfahrensrechtlichen Leitung der Kyjiwer Stadtstaatsanwaltschaft wurde ein vorgerichtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorwurf wiegt schwer: Es wird wegen Verstößen gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges ermittelt, die mit vorsätzlicher Tötung verbunden sind (gemäß Teil 2 Artikel 438 des Strafgesetzbuches der Ukraine).

​Rechtsmediziner, Staatsanwälte und Rettungskräfte arbeiten weiterhin vor Ort an den beschädigten Wohngebäuden. Sie dokumentieren akribisch die Zerstörungen und sichern Beweise für das, was die Behörden als ein weiteres Kriegsverbrechen der Russischen Föderation einstufen.

​Die endgültige Zahl der Opfer könnte sich noch ändern, da die Rettungs- und Bergungsarbeiten in den Trümmern noch nicht vollständig abgeschlossen sind.