Selenskyj fordert Europa zum Handeln auf – Sanktionen und Hilfsgelder blockiert
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner abendlichen Videoansprache offen Kritik an den ausbleibenden Fortschritten auf europäischer Ebene geübt.
Weder beim 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland noch beim geplanten Hilfspaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine gebe es bislang Bewegung – obwohl Europa selbst anerkenne, dass beides für die Ukraine überlebenswichtig sei.
„Die Blockade des Pakets bleibt bestehen", erklärte Selenskyj und kündigte an, die kommende Woche werde vollständig der intensiven Zusammenarbeit mit europäischen Partnern gewidmet sein, um die für den Schutz der Ukraine notwendigen Entscheidungen endlich in die Tat umzusetzen.
Darüber hinaus teilte der Präsident mit, es lägen Hinweise auf eine russische Unterstützung des iranischen Regimes vor: Russland soll dem Iran Geheimdienstdaten liefern, um Angriffe auf US-amerikanische Kräfte in der Region zu koordinieren. Zudem würden russische Komponenten in den im Nahen Osten eingesetzten „Schahed"-Drohnen verwendet – Waffen, die sich sowohl gegen arabische Länder als auch gegen amerikanische Truppen in der Region richten.
Selenskyj betonte, die russischen und iranischen Regime seien nicht nur miteinander verbunden, sondern existierten geradezu füreinander – und agierten dabei koordiniert: in Europa ebenso wie im Nahen Osten. Deshalb müsse auch die Verteidigung koordiniert erfolgen.
Die Ukraine arbeite ihrerseits daran, beim Schutz vor Schahed-Angriffen zu helfen, und erwarte im Gegenzug entsprechende Unterstützung für die eigene Verteidigung. Russland müsse die Konsequenzen nicht nur für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine spüren, sondern auch für den Versuch, den Konflikt im Nahen Osten weiter zu eskalieren.