Russland greift SBU-Gebäude in Lwiw mit Drohne an

Russland weitet seine Drohnenangriffe immer weiter in die Tiefe des ukrainischen Hinterlandes aus: In Lwiw, weit ab von der Front, traf eine russische Drohne gezielt das Gebäude des Geheimdienstes SBU – ein ungewöhnliches Ziel in einer der bisher verschontesten Großstädte der Ukraine.

Russland greift SBU-Gebäude in Lwiw mit Drohne an
Foto: UNIAN

Lwiw – Am Abend des 18. März hat eine russische Drohne das Hauptgebäude des ukrainischen Geheimdienstes SBU in der Oblast Lwiw im Westen der Ukraine angegriffen. Der Leiter der Gebietsmilitärverwaltung Lwiw, Maksym Kosytskyj, bestätigte den Angriff und berichtete von Sachschäden. Nach ersten Erkenntnissen wurden keine Menschen verletzt.

Im Stadtgebiet von Lwiw wurden Drohnentrümmer gefunden. Die Behörden riefen die Bevölkerung ausdrücklich dazu auf, gefundene Wrackteile nicht zu berühren, da diese noch Sprengstoff enthalten und detonieren könnten. Im Falle eines Funds solle sofort die Polizei sowie der staatliche Katastrophenschutzdienst DSNS verständigt werden. Einsatzkräfte sind vor Ort im Einsatz.

Der Angriff auf das SBU-Gebäude ereignete sich am selben Abend wie ein weiterer russischer Drohnenangriff auf ein Energieobjekt in der benachbarten Oblast Wolyn, der laut Behörden schwere Schäden verursachte und Strom- sowie Wasserversorgungsausfälle nach sich zog.

Der Angriff auf Lwiw ist bemerkenswert: Die westukrainische Großstadt gilt als eine der am weitesten von der Front entfernten Städte des Landes und war bislang vergleichsweise selten Ziel direkter russischer Angriffe. Die gezielte Attacke auf ein SBU-Gebäude deutet auf einen Versuch hin, staatliche Sicherheitsstrukturen tief im ukrainischen Hinterland zu treffen.