Russischer Raketenangriff erschüttert Kyjiw: Explosionen in der Nacht

In den frühen Morgenstunden des Dienstags wurde die ukrainische Hauptstadt Kyjiw von russischen Raketen angegriffen.

Russischer Raketenangriff erschüttert Kyjiw: Explosionen in der Nacht
Foto: Staatlicher Katastrophendienst Kyjiw

Laut Tymur Tkachenko, Leiter der städtischen Militärverwaltung, kam es zu mehreren Explosionen in der Stadt. Augenzeugen berichteten von lauten Detonationen.

Betroffen waren mehrere Wohnhäuser und eine Bildungseinrichtung, die beschädigt wurden. Konkrete Angaben zu Opfern oder Verletzten lagen zunächst nicht vor. Die ukrainische Luftabwehr war im Einsatz, Details zu abgefangenen Geschossen wurden noch nicht veröffentlicht.

Der Angriff erfolgt vor dem Hintergrund intensiver russischer Luftschläge in den vergangenen Monaten, die vor allem die Energieinfrastruktur trafen und Hunderttausende in der Winterkälte ohne Strom und Heizung ließen. Jüngste Berichte deuteten auf eine vorübergehende Beruhigung hin – möglicherweise beeinflusst durch diplomatische Signale aus den USA und extreme Kälte –, doch der nächtliche Beschuss zeigt: Die Eskalation hält an.

Ukrainische Behörden werfen Russland vor, gezielt zivile Ziele zu attackieren. Weitere Informationen werden erwartet, während Rettungskräfte im Einsatz sind.

+++Update+++ Angriff auf Kyjiw in der Nacht zum 3. Februar – Bilanz steigt leicht, Aufräumarbeiten laufen weiter

Seit unserem letzten Bericht über den schweren russischen Angriff auf Kyjiw in der eisigen Nacht zum 3. Februar 2026 gibt es einige neue Entwicklungen:

Die offizielle Zahl der Verletzten ist auf zwei Personen gestiegen – beide wurden ins Krankenhaus gebracht, befinden sich aber außer Lebensgefahr. Todesopfer wurden glücklicherweise weiterhin nicht gemeldet.

Timur Tkachenko, Leiter der Kyjiwer Stadtverwaltung, bestätigte in einer Morgenmeldung, dass die Brände in den betroffenen Hochhäusern (darunter das 25-stöckige Gebäude im Darnyzkyj-Bezirk) inzwischen weitgehend gelöscht sind. Die Feuerwehr und Rettungskräfte arbeiten jedoch noch immer an der vollständigen Sicherung der Gebäude. Erste statische Gutachten laufen, um zu prüfen, ob die Hochhäuser bewohnbar bleiben oder evakuiert werden müssen.

Neue Schäden wurden in den Bezirken Dniprovs’kyj und Petscherskyj gemeldet: Im Dniprovs’kyj-Bezirk ist das Gelände eines Kindergartens stärker betroffen als zunächst angenommen, und im Petscherskyj-Bezirk brennen weiterhin mehrere parkende Fahrzeuge ab. Insgesamt wurden Einschläge in fünf Bezirken bestätigt: Darnyzkyj, Desnjanskyj, Dniprovs’kyj, Petscherskyj und Schewtschenkiwskyj.Die humanitäre Lage bleibt angespannt. Tausende Haushalte sind nach wie vor ohne Strom und Heizung – die Kältewelle mit Temperaturen weit unter null verschärft die Notlage erheblich. Die Stadtverwaltung hat Notunterkünfte in Schulen und Verwaltungsgebäuden eingerichtet und ruft die Bevölkerung auf, warme Kleidung und Decken bereitzuhalten.

Präsident Selenskyj äußerte sich am Morgen kurz zu dem Angriff und forderte erneut eine massive Verstärkung der Luftabwehr: „Das ist kein Krieg gegen Armeen – das ist Terror gegen Zivilisten, und wir werden uns nicht beugen.“Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich noch Tage dauern. Experten warnen vor herabfallenden Trümmern und raten, die betroffenen Viertel nur bei Bedarf zu betreten.