Riss in der „Koalition der Willigen“: USA verweigern Unterschrift unter Friedensplan

Während Europa bereit scheint, Fakten zu schaffen, treten die USA auf die Bremse.

Riss in der „Koalition der Willigen“: USA verweigern Unterschrift unter Friedensplan
Foto: Justin Cron / Unsplash

Nach dem Gipfeltreffen in Paris endete die Hoffnung auf eine einheitliche Front mit einem Dämpfer: Washington weigerte sich, das gemeinsame Kommuniqué zur Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine zu unterzeichnen.

​Der Pariser Gipfel sollte ein Zeichen der Stärke und Einigkeit sein, doch er offenbarte eine neue Realität in der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Wie Politico berichtet, endete das Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“ ohne die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten für den geplanten Friedenseinsatz. Während europäische Partner konkrete Zusagen für „Boots on the Ground“ machten, zogen sich die amerikanischen Vertreter auf eine beobachtende Position zurück.

​Sicherheitsprotokolle ja, Soldaten nein

Steve Witkoff, der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, versuchte nach dem Treffen zu beschwichtigen. Man sei sich zwar in den meisten Sicherheitsprotokollen einig, doch eine Beteiligung amerikanischer Truppen an einer Friedensmission sei derzeit nicht konsensfähig. Damit bleibt die US-Regierung ihrer Linie treu, eine direkte Verwicklung in den Konflikt zu vermeiden, selbst wenn es um die Sicherung eines hypothetischen Friedens geht.

​Europa muss die Lücke füllen

Die Weigerung Washingtons erhöht den Druck auf die europäischen Verbündeten, die ambitionierte Zahl von bis zu 20.000 Friedenssoldaten zu stellen, die für die Sicherung eines Waffenstillstands veranschlagt werden.

  • Frankreich prescht vor: Präsident Emmanuel Macron bekräftigte seine Führungsrolle und kündigte an, nach einem Ende der Kampfhandlungen „mehrere tausend französische Soldaten“ in die Ukraine zu entsenden.
  • Nordische und westliche Unterstützung: Auch andere Partner springen in die Bresche. Schweden stellte Kampfflugzeuge des Typs Gripen sowie Ressourcen zur Minenräumung im Schwarzen Meer in Aussicht. Belgien versprach, nach Kriegsende mit Luft- und Marineeinheiten zur Friedenssicherung beizutragen.

​Ein geteiltes Bündnis

Die Dynamik des Treffens zeigt, wie sehr sich die Lastenverteilung innerhalb der NATO verschiebt. Während die USA sich militärisch zurückhalten und Italien eine Entsendung von Bodentruppen kategorisch ausschließt, formiert sich unter Führung Frankreichs ein Kernbündnis, das bereit ist, physische Risiken für die Sicherheit der Ukraine einzugehen.

​Das fehlende US-Autogramm unter dem Abschlussdokument ist mehr als nur eine Formalität – es ist ein Signal, dass Europa in der Frage der künftigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine womöglich bald auf sich allein gestellt sein könnte.