Pokrowsk gefallen – Die bittere Wahrheit, die Kyjiw nicht aussprechen wollte
Nach monatelangen, extrem verlustreichen Kämpfen hat Russland die ostukrainische Stadt Pokrowsk endgültig eingenommen.
Das bestätigt nun erstmals auch ein hochrangiger ukrainischer Militärsprecher – und zeichnet ein dramatisches Bild von den letzten Tagen der Verteidigung.
„Wir haben Pokrowsk verloren.“
Mit diesen klaren Worten brach Wolodymyr Polewyi, Sprecher des 7. Armeekorps der ukrainischen Luftangriffsstreitkräfte, gegenüber dem Tagesspiegel das lange Schweigen. Zwar befänden sich noch vereinzelte ukrainische Soldaten im Norden der Stadt, doch ein geordneter Rückzug sei derzeit praktisch unmöglich. Die Truppen stünden im Kreuzfeuer der russischen Angreifer. Deshalb setzt das Korps inzwischen fast ausschließlich auf ferngesteuerte Evakuierungsfahrzeuge und lässt die verbliebenen Kämpfer per Drohne mit Essen und Wasser versorgen.
Das renommierte Institute for the Study of War (ISW) kommt in seiner neuesten Analyse zum selben Schluss: Am 28. Januar wurden ukrainische Kräfte letztmalig in Pokrowsk beobachtet. Die russischen Streitkräfte hätten die Eroberung „wahrscheinlich irgendwann in den vergangenen Wochen“ abgeschlossen.
Offiziell schweigt Kyjiw weiter. Eine Bestätigung des Verlusts sei politisch kaum vermittelbar, sagt Polewyi – und spekuliert sogar: „Vielleicht, weil Donald Trump den Namen ‚Pokrowsk‘ kennt.“
Dabei hatte Russland die Einnahme bereits Anfang Dezember 2025 vollmundig verkündet – damals noch verfrüht. In den folgenden Wochen wurde die Lage für die ukrainischen Verteidiger jedoch immer aussichtsloser. Der russische Vormarsch auf die Stadt hatte bereits im Februar 2024 begonnen. Pokrowsk galt lange als entscheidender Logistikknotenpunkt. Doch schon im Juli 2025 hatten russische Angriffe die Nutzung als Versorgungszentrum weitgehend unmöglich gemacht. Als Moskau im Winter 2025/26 den finalen Sturm befahl, hatte die Stadt ihre operative Bedeutung für die Ukraine längst verloren.
Was bleibt, ist ein symbolisch und menschlich schwerer Schlag für Kyjiw: eine Stadt, um die monatelang erbittert gekämpft wurde – und die nun doch in russischer Hand ist.