Mychajlo Fedorow zum neuen Verteidigungsminister der Ukraine ernannt

In einem strategisch bedeutsamen Schritt hat die Werchowna Rada, das ukrainische Parlament, heute Mychajlo Fedorow offiziell zum neuen Verteidigungsminister der Ukraine ernannt.

Mychajlo Fedorow zum neuen Verteidigungsminister der Ukraine ernannt
Foto: UNIAN

Die Entscheidung markiert eine klare Neuausrichtung der ukrainischen Verteidigungsstrategie hin zu einer technologisch dominierten Kriegsführung.

​Die Ernennung erfolgt, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits am 2. Januar vorgeschlagen hatte, Fedorow mit der Leitung des Verteidigungsressorts zu betrauen. Der entsprechende Resolutionsentwurf (Nr. 14377) wurde heute von den Abgeordneten angenommen.

​Vom Digitalisierer zum Verteidigungschef

​Mychajlo Fedorow ist kein Unbekannter im Kabinett. Bis gestern bekleidete er das Amt des stellvertretenden Premierministers und Ministers für digitale Transformation. Seine Entlassung aus diesen Ämtern am 13. Januar, der 270 Abgeordnete zustimmten, war der notwendige formale Schritt, um den Weg für seine neue Rolle an der Spitze des Verteidigungsministeriums freizumachen.

​Fedorow hat sich international einen Namen als Architekt der ukrainischen „Dronen-Armee“ und der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen gemacht. Präsident Selenskyj lobte seine bisherige Arbeit und betonte, dass Fedorow sich bereits intensiv mit der „Dronen-Linie“ befasst habe und nun die Modernisierung der gesamten Verteidigung vorantreiben soll.

​Fokus auf den „Technologie-Krieg“

​Beobachter und Analysten, darunter Bloomberg, werten diese Personalentscheidung als klares Signal für einen Strategiewechsel in Kyjiw. Die Ernennung bedeutet eine Verschiebung des Fokus hin zu einer technologischen Kriegsführung.

​Zu den Kernaufgaben des neuen Ministers werden gehören:

  • Skalierung der Drohnenproduktion: Ein massiver Ausbau der Kapazitäten für unbemannte Systeme.
  • Innovation: Die beschleunigte Einführung neuer militärischer Entwicklungen und Technologien an der Front.
  • Integration: Die nahtlose Einbindung digitaler Lösungen in direkte Kampfprozesse.
  • Kooperation: Eine engere Zusammenarbeit mit privaten Herstellern und Tech-Startups, um die Rüstungsindustrie flexibler und effizienter zu gestalten.

​Mit Mychajlo Fedorow steht nun ein Minister an der Spitze der Streitkräfte, der weniger aus der klassischen militärischen Hierarchie kommt, sondern den Krieg als eine Herausforderung begreift, die auch durch Innovation, Software und agile Produktionsketten entschieden wird.