Großbritannien schließt sich PURL-Programm an: 150 Millionen Pfund für US-Waffen an die Ukraine

Großbritannien hat sich dem internationalen PURL-Programm angeschlossen, um amerikanische Waffen für die Ukraine zu finanzieren.

Großbritannien schließt sich PURL-Programm an: 150 Millionen Pfund für US-Waffen an die Ukraine
Foto: Reinaldo Sture / Unsplash

London/Brüssel – Das Vereinigte Königreich stellt dafür 150 Millionen Pfund Sterling (rund 175 Millionen Euro) bereit. Dies berichtet das Nachrichtenportal Politico unter Berufung auf britische Regierungsquellen. Das Programm soll die Lieferung kritischer US-Waffen an Kyjiw sicherstellen, insbesondere nach der Unterbrechung direkter US-Militärhilfe unter Präsident Donald Trump.

Das PURL-Programm (Procurement of Urgent Requirements for Ukraine) wurde im vergangenen Sommer ins Leben gerufen, um Lücken in der US-Hilfe zu schließen. Während die USA unter Trump keine direkten Militärlieferungen mehr genehmigen, sind sie bereit, Waffen zu verkaufen, die von Verbündeten finanziert werden. Im vergangenen Jahr hat das Programm bereits rund fünf Milliarden US-Dollar für die Ukraine aufgebracht. NATO-Generalsekretär Mark Rutte zeigte sich „absolut zuversichtlich“, dass die Allianz in diesem Jahr weitere 15 Milliarden Dollar sammeln könne.

Großbritannien, das kein EU-Mitglied ist, tritt als weitere nicht-europäische Nation dem Programm bei. Bereits Australien und Neuseeland haben sich angeschlossen, und Japan plant, nicht-tödliche Hilfen zu leisten. Derzeit haben drei Viertel der 32 NATO-Mitglieder zugesagt, darunter Norwegen, die Niederlande und Deutschland, die ihre Beiträge überproportional erhöht haben. Dies unterstreicht den wachsenden Druck auf die Allianzmitglieder, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Der britische Verteidigungsminister John Gilli bestätigte die Beteiligung: „Ich freue mich, bestätigen zu können, dass das Vereinigte Königreich 150 Millionen Pfund Sterling für das PURL-Programm bereitstellt. Gemeinsam müssen wir sicherstellen, dass die Ukraine die kritische Luftverteidigung erhält, die sie angesichts Putins brutaler Offensive benötigt.“

Für die Ukraine bedeutet dies eine dringend benötigte Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeiten. Das Programm konzentriert sich auf Luftabwehrsysteme und andere offensive Waffen, die bis zum Abschluss eines Friedensabkommens geliefert werden sollen. Der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, betonte: „Amerika wird weiterhin Waffen an die Ukraine über die NATO schicken, einschließlich offensiver Systeme, bis ein Friedensabkommen unterzeichnet ist.“

Am morgigen 12. Februar wird bei einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel mit weiteren Ankündigungen gerechnet. Neue Käufe amerikanischer Waffen, finanziert von europäischen und anderen NATO-Partnern, stehen auf der Agenda. Experten sehen darin einen Versuch, die Ukraine langfristig zu unterstützen, während die USA ihre direkte Beteiligung reduzieren.

Der Schritt Großbritanniens unterstreicht die anhaltende Solidarität des Westens mit der Ukraine im Konflikt mit Russland. Dennoch bleibt die Finanzierung eine Herausforderung, da nicht alle NATO-Mitglieder gleichmäßig beitragen.