Gezielter Beschuss von Bus und Wohngebiet: Acht Zivilisten in Nikopol und Cherson getötet

Bei koordinierten Angriffen auf Nikopol und Cherson hat Russland gezielt zivile Ziele getroffen. Ein Stadtbus und ein Wohnviertel wurden beschossen – mindestens acht Menschen kamen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Gezielter Beschuss von Bus und Wohngebiet: Acht Zivilisten in Nikopol und Cherson getötet
Foto: Staatlicher Katastrophenschutz

Russland hat am Dienstag, dem 7. April, an zwei verschiedenen Orten der Ukraine gezielt Zivilisten getötet. In Nikopol wurde ein vollbesetzter Stadtbus mit einer FPV-Drohne angegriffen, in Cherson beschoss Russland ein Wohnviertel mit Artillerie. Zusammen forderten beide Angriffe mindestens acht Todesopfer – alles Zivilisten, die ihren Alltag lebten.

In Nikopol ereignete sich der brutalere der beiden Angriffe um 8:20 Uhr morgens. Ein russischer FPV-Drohnenangriff traf einen Stadtlinienbus mitten in der Innenstadt, der gerade an einer Haltestelle zum Stehen kam. Menschen befanden sich sowohl im Fahrzeuginneren als auch auf dem Bürgersteig an der Haltestelle. Vier Menschen kamen ums Leben. 16 weitere wurden verletzt, von denen sieben ins Krankenhaus eingeliefert wurden – darunter drei Männer im Alter von 58, 63 und 73 Jahren in kritischem Zustand. Die übrigen Verletzten erlitten Minen-Explosionsverletzungen, Knalltraumen, Splitterwunden und Knochenbrüche.

Oleksandr Hanzha, Leiter der Gebietsverwaltung Dnipropetrowsk, ließ keinen Zweifel an der Einschätzung des Angriffs: „Das war kein zufälliger Treffer. Das war bewusster Terror gegen Zivilisten. Gegen Menschen, die einfach ihrem Alltag nachgingen." Rettungskräfte waren von den ersten Minuten an vor Ort und konnten gemeinsam mit Sanitätern sieben Personen befreien und retten. Selenskyj kondolierte den Angehörigen und kommentierte den Angriff mit deutlichen Worten: Wenn täglich Terror stattfinde, wirkten Versuche, die Sanktionen gegen Russland zu lockern, schlicht absurd.

Wenige Stunden später, gegen 10:50 Uhr, traf Artilleriefeuer das Korabelnyi-Viertel im ukrainischen Cherson. Russische Truppen beschossen dichte Wohnbebauung. Drei Personen erlagen noch am Tatort oder kurz danach ihren Verletzungen – zwei Frauen im Alter von 71 und 72 Jahren sowie ein 60-jähriger Mann. Später wurde bekannt, dass ein weiterer Mann seinen Verletzungen erlegen war, womit die Totenzahl in Cherson ebenfalls auf vier stieg. Drei weitere Personen wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht, darunter Frauen im Alter von 57 und 71 Jahren sowie ein 72-jähriger Mann.

Nikopol war erst vor wenigen Tagen schwer getroffen worden: Am 4. April hatte ein russischer Drohnenangriff auf einen Markt in der Stadt fünf Menschen das Leben gekostet. Nun folgte der nächste Angriff auf zivile Infrastruktur – diesmal auf den öffentlichen Nahverkehr. Russland hat an diesem Tag auch öffentliche Verkehrsmittel ein zweites Mal attackiert: Im Laufe des Nachmittags schlugen erneut Drohnen im Bezirk Nikopol ein und verletzten weitere Menschen. Das Muster ist eindeutig: Russland zielt nicht auf militärische Einrichtungen, sondern auf das alltägliche Leben der Zivilbevölkerung – auf Märkte, Busse, Wohnhäuser.

Cherson seinerseits wird seit der Befreiung der Stadt im November 2022 täglich beschossen. Die Stadt liegt direkt am Dnipro, gegenüber von russisch besetztem Gebiet, und ist für Artillerie- und Drohnenangriffe besonders exponiert. Die Behörden der Oblast Cherson haben für das Osterwochenende zusätzliche Einschränkungen verhängt, um die Bevölkerung vor den zu erwartenden Angriffen zu schützen.

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