Dutzende Verletzte bei massivem russischem Angriff auf die Ukraine – Zweitgrößter Angriff seit Jahresbeginn
In der Nacht zum Donnerstag hat Russland die Ukraine mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen attackiert.
Die ukrainische Luftwaffe sprach von insgesamt 459 Angriffskörpern – der zweitstärkste Angriff seit Jahresbeginn. Trotz hoher Abschussquote gab es Dutzende Verletzte und schwere Schäden an Wohngebäuden sowie Energieinfrastruktur.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau 420 Kampfdrohnen, 11 ballistische Raketen und 28 Marschflugkörper ein. Rund 89 Prozent der Geschosse konnten abgewehrt werden, darunter alle Marschflugkörper und vier der schwer abfangbaren ballistischen Raketen. Dennoch schlugen Trümmer und nicht abgefangene Objekte an 32 Orten ein.
Besonders betroffen war die Millionenstadt Charkiw im Nordosten. Gouverneur Oleh Synjehubow meldete 16 Verletzte, darunter zwei Minderjährige. Bürgermeister Ihor Terechow berichtete von einem Volltreffer in ein Wohnhaus und einem komplett zerstörten zweiten Gebäude. Auch die Hauptstadt Kyjiw wurde in den frühen Morgenstunden von mehreren Explosionen erschüttert.
Im Süden der Ukraine traf es Saporischschja: Gouverneur Iwan Fedorow sprach von mindestens acht Verletzten, darunter ein achtjähriger Junge. Mindestens 19 Wohnhäuser und zwei Einkaufszentren wurden beschädigt. In Krywyj Rih, der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, wurden zwei weitere Personen verletzt.
Ziel der russischen Angriffe war erneut die Energieversorgung. In der Region Poltawa wurde die Gasinfrastruktur getroffen, in den Gebieten Kyjiw und Dnipropetrowsk Umspannwerke. Selenskyj bestätigte, dass die russischen Streitkräfte gezielt die Energieanlagen ins Visier genommen hätten.
Die Ukraine verteidigt sich seit vier Jahren mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. Trotz der massiven Angriffswelle betonte die Luftwaffe den Erfolg der Abwehr: Herabstürzende Trümmeleile verursachten zwar zusätzliche Schäden, doch die meisten Geschosse wurden rechtzeitig ausgeschaltet.
Parallel zu den militärischen Entwicklungen bereitet sich die Ukraine auf diplomatische Gespräche vor. Selenskyj kündigte an, dass ukrainische und US-amerikanische Vertreter noch am Donnerstag in Genf über ein Wiederaufbauprogramm und die Vorbereitung eines neuen Dreier-Treffens mit einer russischen Delegation sprechen wollen.
Der Angriff unterstreicht die anhaltende Eskalation im Konflikt. Während Russland weiterhin massive Drohnen- und Raketenschläge führt, bleibt die ukrainische Abwehr – gestützt auf westliche Systeme – ein zentraler Faktor im Abwehrkampf.