Der Schreckliche Preis des Krieges: Ukrainische Verluste enthüllen eine tiefe Kluft zu Russland

In den endlosen Weiten des ukrainisch-russischen Krieges, der nun bereits über vier Jahre andauert, wird der Tod zum alltäglichen Begleiter.

Der Schreckliche Preis des Krieges: Ukrainische Verluste enthüllen eine tiefe Kluft zu Russland
Foto: Ukrainisches Militär

Eine schockierende Analyse der New York Times enthüllt nicht nur die atemberaubenden Zahlen der Verluste, sondern auch einen tiefen Graben zwischen den beiden Nationen: Während Ukrainer den Schmerz des Krieges hautnah spüren, bleibt Russland weitgehend isoliert von der Brutalität. Die Gesamtzahl der Opfer könnte bis zum Frühling 2026 die Marke von zwei Millionen überschreiten – eine Zahl, die an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Die Statistiken sind erdrückend. Laut einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) hat Russland von Februar 2022 bis Dezember 2025 rund 1,2 Millionen Soldaten verloren, darunter 325.000 Tote. Das sind die höchsten militärischen Verluste einer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg. Auf ukrainischer Seite schätzt der Bericht 500.000 bis 600.000 Verluste, mit bis zu 140.000 Gefallenen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kürzlich die offizielle Zahl der getöteten ukrainischen Soldaten auf 55.000 beziffert – eine Steigerung von den 46.000, die er im Februar 2025 in einem Interview nannte. Hinzu kommen 380.000 Verwundete und unzählige Vermisste. Insgesamt machen die russischen Verluste etwa zwei Drittel der Gesamtopfer aus, was auf eine asymmetrische Kriegsführung hindeutet, bei der Moskau trotz höherer Zahlen den Druck aufrechterhält.

Doch jenseits der kalten Zahlen liegt die wahre Tragödie in der menschlichen Dimension. In der Ukraine hat der Krieg das Alltagsleben durchdrungen. Friedhöfe wie der in Lwiw quellen über vor Gräbern, und Trauerprozessionen bringen den Verkehr zum Erliegen. NYT-Korrespondent Andrew Kramer beschreibt eine Szene aus dem vergangenen Sommer: „Ich fuhr durch eine Stadt in der Zentralukraine. Alle Autos hielten an, und wir taten es auch. Die Leute stiegen aus und knieten nieder. Jemand hatte Blumen auf die Straße gestreut... Eine Trauerprozession zog vorbei, viele Autos voller Soldaten.“ Solche Momente zeigen, wie der Tod zur kollektiven Realität geworden ist. Mark Santora, ein weiterer NYT-Reporter, fasst es zusammen: „Der Umfang der Todesfälle und Zerstörungen... die Frontlinie... wird zunehmend tödlich... Das Gemetzel breitet sich weit über die Front hinaus aus... Unter dem Tod zu leben ist zum zentralen Kampf für Millionen Ukrainer geworden, seit über vier Jahren.“ Er betont: „Die Ukrainer sind sich schmerzlich bewusst des Preises, den sie zahlen. Aber während Russland darauf aus ist, den ukrainischen Staat zu zerstören, sehen sie keine Alternative.“

Im Kontrast dazu wirkt Russland wie ein Land, das den Krieg an den Rand gedrängt hat. Das Kreml-Regime hat ein ausgeklügeltes Rekrutierungssystem aufgebaut, das vor allem ältere Männer mit hohen Gehältern lockt – oft Söldner, die den Großteil der Gesellschaft von den Schrecken fernhalten. NYT-Korrespondent Ivan Nechepurenko erklärt: „Der Kreml hat ein komplexes Rekrutierungsschema aufgebaut... großzügig ältere Männer bezahlend... Das isoliert den Großteil der Bevölkerung vom Krieg und schiebt ihn an den Rand der russischen Gesellschaft.“ Selbst zivile Angriffe, wie der kürzliche Raketenangriff auf einen Passagierzug, der mindestens drei Tote forderte, werden zur Normalität. Die „Zone der Zerstörung“ erstreckt sich über 1.200 Kilometer – eine Distanz vergleichbar mit der von Chicago nach New York – und wird durch Drohnen und Roboter noch tödlicher, wo jede Bewegung an der Front zum Todesurteil werden kann.

Dieser Krieg, der einst als „Spezialoperation“ verharmlost wurde, hat sich zu einem Mahlstrom entwickelt, der ganze Generationen verschlingt. Während die Ukraine um ihre Existenz ringt und den Schmerz öffentlich trägt, scheint Russland den Preis zu externalisieren. Doch wie lange kann diese Kluft halten? Experten warnen, dass die anhaltenden Verluste nicht nur militärisch, sondern auch gesellschaftlich nachwirken werden – ein Schatten, der über Europa hängt.