Butscha-Jahrestag: EU-Außenminister reisen nach Kyjiw – Kallas bekräftigt europäische Unterstützung
Vier Jahre nach der Befreiung von Butscha hat eine hochrangige EU-Delegation Kyjiw besucht – Kallas versprach, die Unterstützung der Ukraine fortzusetzen und russische Kriegsverbrechen konsequent zu verfolgen.
Zum vierten Jahrestag der Befreiung von Butscha ist eine hochrangige europäische Delegation in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas reiste gemeinsam mit den Außenministern mehrerer EU-Mitgliedstaaten sowie Parlamentspräsidenten aus ganz Europa nach Kyjiw – ein sichtbares Zeichen der Geschlossenheit zu einem der dunkelsten Daten des russischen Angriffskrieges.
Kallas versicherte in einem Beitrag auf der Plattform X, Europa stehe weiterhin an der Seite der Ukraine. Die EU werde ihre militärische, finanzielle und energiebezogene Unterstützung fortsetzen, ebenso die humanitäre Hilfe. Darüber hinaus bekräftigte sie das Versprechen, alles Mögliche zu tun, um eine vollständige Rechenschaftspflicht für russische Kriegsverbrechen sicherzustellen.
Unter den angereisten Außenministern befanden sich Johann Wadephul aus Deutschland, Radosław Sikorski aus Polen, Baiba Braže aus Lettland, Kęstutis Budrys aus Litauen, Antonio Tajani aus Italien sowie Margus Tsahkna aus Estland. Ergänzt wurde die Delegation durch Parlamentspräsidenten und Vizepräsidenten aus Bulgarien, Estland, Island, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Finnland sowie Vertreter des Europäischen Parlaments und des deutschen Bundesrates.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiga würdigte die starke europäische Präsenz mit deutlichen Worten: Die grauenhaften Fotografien getöteter Zivilisten hätten die Welt damals bis ins Mark erschüttert. Dass so viele europäische Vertreter an diesem Datum nach Kyjiw gekommen seien, zeige, dass Gerechtigkeit für Butscha und alle anderen russischen Verbrechen unvermeidlich sei.
Der Hintergrund des Besuchs wiegt schwer: Am 31. März 2022 befreiten ukrainische Streitkräfte Butscha nahe Kyjiw von russischer Besatzung. Was die Welt danach zu sehen bekam – Leichen auf Straßen, Massengräber, Spuren systematischer Gewalt gegen Zivilisten – löste international Entsetzen und Forderungen nach Strafverfolgung aus. Allein im Bezirk Butscha wurden russische Truppen für den Tod von mindestens 1.190 Einwohnern verantwortlich gemacht, darunter über 420 in der Stadt Butscha selbst sowie 87 Kinder im gesamten Bezirk.