Brutaler russischer Angriff gegen Zivilisten: Nova-Poshta-Terminal bei Charkiw zerstört – vier Tote
In der Nacht zum 13. Januar 2026 hat die russische Armee erneut eine zivile Infrastruktur tief im Hinterland der Ukraine angegriffen.
Ziel war diesmal eines der modernsten Logistikzentren des Landes: der innovative Sortier- und Umschlagterminal der Firma Nova Poshta im Vorort von Charkiw (genauer im Gebiet der Pissotschyn-Gemeinde, Dorf Novi Korotychi). Das Ergebnis: vier getötete Zivilisten, sechs Verletzte und ein fast vollständig zerstörtes Logistik-Herzstück.
Kombinierter Angriff – gezielt und grausam
Gegen Mitternacht schlugen zuerst zwei ballistische Raketen Iskander-M ein. Nur Minuten später folgten vier Kamikaze-Drohnen vom Typ Geran-2 (russische Version der iranischen Shahed). Die Abfolge war kein Zufall: die Raketen rissen riesige Löcher in die Hallen, die nachfolgenden Drohnen setzten das brennbare Innere in Flammen. Die Schäden sind verheerend:
- Der Frachtterminal (Güterumschlag) ist fast komplett zerstört
- Der eigentliche Postteil ist teilweise vernichtet
- Brände auf etwa 500 m² Fläche
- Mehrere Lkw und Transporter ausgebrannt
- Zwei benachbarte Tankstellen beschädigt
Rettungskräfte der DSNS (Staatlicher Dienst für Notfallsituationen) arbeiteten stundenlang unter permanenter Drohnen- und Raketengefahr. Sie bargen Verletzte aus den Trümmern, löschten Brände und evakuierten Menschen – insgesamt konnten mindestens 30 Personen gerettet werden.
Die Opfer: ganz normale Menschen in der Nachtschicht
Unter den vier Getöteten befinden sich:
- zwei Mitarbeiter des Sortierzentrums Nova Poshta
- zwei Fahrer eines Partner-Transportunternehmens
Sechs weitere Personen wurden verletzt, darunter mindestens drei weitere Nova-Poshta-Mitarbeiter und ein Fahrer. Alle Opfer waren Zivilisten, die in der Nachtschicht Pakete sortierten, verluden oder Fahrzeuge vorbereiteten – Routinearbeit in einem Land im Krieg.
Die Firma Nova Poshta veröffentlichte eine bewegende Erklärung: „Heute Nacht hat Russland einen weiteren Akt des Terrors und ein Kriegsverbrechen begangen. Wir trauern um unsere Kollegen. Wir erinnern uns an jeden.“
Nicht nur Logistik – auch ein Kinder-Sanatorium getroffenParallel zum Hauptangriff traf gegen 2 Uhr nachts eine weitere Shahed-Drohne ein Kinder-Sanatorium im Schewtschenkowski-Stadtbezirk von Charkiw. Es brach ein Brand aus – glücklicherweise wurden hier keine Menschen verletzt.Offizielle Reaktionen
- Oleg Syniehubov (Chef der Charkiw-Oblast-Verwaltung): „Die Zahl der Getöteten infolge des feindlichen Schlags auf das Vorortgebiet von Charkiw hat 4 erreicht. Sechs Menschen wurden verletzt.“
- Charkiw-Staatsanwaltschaft: Bestätigte die Waffentypen und veröffentlichte Videoaufnahmen von Rettungsarbeiten inmitten verbogener Stahlkonstruktionen und brennender Trümmer.
- Ihor Terechow (Bürgermeister von Charkiw): Meldete den Drohneneinschlag auf das Kinder-Sanatorium.
Warum ein privates Paketzentrum?
Nova Poshta ist seit 2022 ein zentraler Pfeiler der ukrainischen Zivil- und Verteidigungslogistik. Das Unternehmen transportiert nicht nur private Pakete, sondern auch humanitäre Hilfe, Medikamente, Drohnenkomponenten, Ausrüstung für Freiwilligenbataillone und vieles mehr. Der riesige Terminal bei Charkiw galt als einer der effizientesten Umschlagplätze Osteuropas.
Russische Propagandakanäle behaupten bereits, der Terminal sei „für militärische Logistik genutzt“ worden – eine typische Rechtfertigungsrhetorik für Angriffe auf zivile Ziele.
Bilder, die unter die Haut gehen
Videos der Staatsanwaltschaft zeigen Rettungssanitäter, die Tragen durch Rauch und Schutt tragen, verbogene Hallenkonstruktionen und brennende Fahrzeuge. Auf Fotos von Oleg Syniehubov ist das Ausmaß der Zerstörung deutlich erkennbar: wo gestern noch tausende Pakete sortiert wurden, klafft heute eine rauchende Ruine.
Charkiw, nur etwa 30–40 km von der Grenze entfernt, erlebt seit Februar 2022 fast täglich Beschuss. Dieser Angriff zeigt jedoch eine neue Qualität: die gezielte Vernichtung von Logistik, die das zivile Leben am Laufen hält.Während die Rettungskräfte noch in den Trümmern suchen, stellen sich viele Ukrainer die gleiche Frage: Wie viele solcher Nächte muss das Land noch ertragen, bis die Welt endlich konsequent handelt?