Wie Angriffe auf Odessa den ukrainischen Kornkammer-Export drosseln

Der Krieg in der Ukraine zieht weiterhin tiefe Spuren durch die globale Nahrungsmittelversorgung.

Wie Angriffe auf Odessa den ukrainischen Kornkammer-Export drosseln
Foto: Eugene Latokhin / Unsplash

Neue Daten zeigen nun ein besorgniserregendes Bild für den Monat Dezember: Russland ist es gelungen, den ukrainischen Getreideexport signifikant zu stören. Laut einem Bericht von Bloomberg, brachen die Ausfuhren aufgrund intensivierter Angriffe auf die Hafenstadt Odessa und ihre Infrastruktur drastisch ein.

​Einbruch der Zahlen im Dezember

​Die Statistik ist alarmierend für den ukrainischen Haushalt und die weltweite Ernährungssicherheit:

  • Weizen: Der Export fiel um fast 25%.
  • Mais: Ein Rückgang von rund 13% wurde verzeichnet.
  • Gesamtbilanz: Insgesamt sanken die Getreideausfuhren der Ukraine im Dezember um 16%.

​Zwar lagen die ukrainischen Exportzahlen während der gesamten Saison bereits unter den Werten des Vorjahres, doch Analysten betonen, dass die gezielten Schläge gegen Häfen, Verarbeitungsanlagen und Logistik die Situation massiv verschärft haben.

​Gezielte Zerstörung der Logistik

​Besonders betroffen waren die Häfen im Großraum Odessa, einschließlich des Hafens „Juschny“. Der Bericht hebt einen Angriff auf ein Terminal des Agrarunternehmens Allseeds hervor. Dabei wurden rund 30 Container, beladen mit Mehl und Pflanzenöl, beschädigt und gingen in Flammen auf.

​Diese Angriffe haben die effektive Durchsatzkapazität der Häfen verringert. Die Folgen sind gravierend: Es kommt zu Lieferverzögerungen und Terminverschiebungen. Für ukrainische Produzenten bedeutet dies nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch ein hohes Reputationsrisiko auf dem Weltmarkt.

​Ein „perfekter Sturm“ aus Problemen

​Die russischen Angriffe sind jedoch nicht der einzige Faktor. Zwei weitere Probleme setzten dem Export im Dezember zu:

  1. Verzögerte Ernte: Ukrainische Landwirte hatten mit einer verspäteten Maisernte zu kämpfen, was das Angebot verknappte.
  2. Globale Konkurrenz: Andere Weltmarktspieler drängen mit niedrigeren Preisen auf den Markt und erschweren den Absatz ukrainischer Ware.

​Ein Fünkchen Hoffnung im Januar?

​Trotz der anhaltenden Angriffe auch im Januar gibt es Anzeichen für eine leichte Stabilisierung. Die Installation zusätzlicher Dieselgeneratoren an den Getreideterminals in Odessa hat die Betriebsfähigkeit teilweise verbessert.

​Dennoch warnen Experten: Sollte die Intensität des russischen Beschusses anhalten, droht eine zeitweise Lähmung des Getreideverkehrs in den Schwarzmeerhäfen. Dies würde nicht nur zu einem Stau von Eisenbahnwaggons führen, sondern auch die Risiken für das Hafenpersonal weiter erhöhen.

​Der Kampf um die Ukraine wird nicht nur an der Frontlinie ausgetragen, sondern auch in den Silos und an den Docks von Odessa – mit spürbaren Folgen für die ganze Welt.