Wende in Sicht? Selenskyj deutet mögliches Kriegsende noch im ersten Halbjahr 2026 an

Inmitten des andauernden Konflikts sorgt eine neue Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für Aufsehen und vorsichtigen Optimismus.

Wende in Sicht? Selenskyj deutet mögliches Kriegsende noch im ersten Halbjahr 2026 an
Foto: Ukrainisches Präsidialamt

Kyjiw/Nikosia – Bei einer Ansprache anlässlich des Beginns der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft ließ das ukrainische Staatsoberhaupt durchblicken, dass der Krieg in der Ukraine möglicherweise früher enden könnte, als viele erwarten – nämlich noch in der ersten Jahreshälfte 2026.

​Ein diplomatischer Meilenstein

​Während seiner Rede zur Eröffnung des zyprischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union wandte sich Selenskyj direkt an die Gastgeber. „Wir stellen fest, dass die Verhandlungen gemeinsam mit unseren europäischen Partnern, den USA und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen eine neue Schwelle erreicht haben“, erklärte der Präsident.

​Besonders hellhörig machten jedoch seine Worte bezüglich des Zeitrahmens: „Wir verstehen, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft enden kann.“ Da Zypern den Vorsitz im Rat der EU bis zum 1. Juli 2026 innehat, impliziert diese Aussage ein potenzielles Ende der Kampfhandlungen innerhalb der nächsten sechs Monate.

​Druck auf Moskau wächst

​Selenskyj betonte die Schlüsselrolle der Europäischen Union im Friedensprozess. Die Kombination aus militärischer Unterstützung für die Ukraine und wirtschaftlichem Druck auf den Kreml zeige Wirkung. „Ein neues Sanktionspaket wird vorbereitet, und es werden viele Schritte unternommen, um Russlands Schattenflotte zu treffen“, so Selenskyj. Jeder Dollar, den Russland verliere, schwäche die Aggression direkt.

​Hinter den Kulissen: Gespräche zwischen Washington und Moskau

​Bereits zuvor hatte Selenskyj am 7. Januar gegenüber Journalisten bestätigt, dass die USA weiterhin Gespräche mit russischen Vertretern über ein Ende des Krieges führen. Dabei würden verschiedene Szenarien diskutiert.

​In seiner gewohnt bildhaften Sprache beschrieb Selenskyj die aktuelle Haltung des Kremls: Russland „rümpfe noch die Nase“ über die Vorschläge. Doch er fügte selbstbewusst hinzu, dass die Partner der Ukraine stark genug seien, um Moskau notfalls dazu zu zwingen, die Realität zu akzeptieren – oder, wie er es formulierte, ihnen „die Nase abzudrehen“, wenn sie es wollten.

​Fazit

​Obwohl konkrete Details zu den Verhandlungen noch unter Verschluss bleiben, markieren Selenskyjs Worte eine deutliche Verschiebung in der Rhetorik. Statt nur von langfristigem Widerstand zu sprechen, steht nun ein greifbarer Zeithorizont im Raum. Das erste Halbjahr 2026 könnte – so die Hoffnung in Kyjiw und Brüssel – als das Ende des blutigsten Konflikts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg in die Geschichte eingehen.