Wechsel beim ukrainischen Sicherheitsdienst: Militärs und Experten gegen Abberufung von SBU-Chef Maljuk

In den ukrainischen Machtzirkeln brodelt es: Gerüchte über eine mögliche Abberufung des Chefs der Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU), Wassyl Maljuk, machen die Runde.

Wechsel beim ukrainischen Sicherheitsdienst: Militärs und Experten gegen Abberufung von SBU-Chef Maljuk
Foto: SBU

Präsident Wolodymyr Selenskyj soll eine umfassende Rotation in den Sicherheitsstrukturen planen – doch genau dieser Schritt sorgt für heftige Kritik aus Expertenkreisen, Militär und Gesellschaft. Viele sehen darin einen riskanten Schlag gegen die Verteidigungsfähigkeit des Landes mitten im Krieg.

Der Auslöser: Volksabgeordneter Roman Kostenko hat öffentlich gewarnt, dass Selenskyj Maljuk entlassen könnte. Quellen aus Regierungskreisen bestätigen, dass eine Versetzung auf einen anderen Posten – etwa als Chef des Auslandsnachrichtendienstes oder Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates – diskutiert wird. Eine finale Entscheidung steht offenbar noch aus, doch die Debatte eskaliert bereits.

Warum Maljuk so umstritten – und unersetzlich – ist

Seit 2023 leitet der 42-jährige General Wassyl Maljuk die SBU und hat sie zu einer der schlagkräftigsten Waffen der Ukraine im Krieg gemacht. Unter seiner Führung wurde der Dienst nicht nur zu einer effektiven Konterspionage-Einheit, sondern zu einem strategischen Gamechanger:

  • Systematische Angriffe auf russische Wirtschaftsknotenpunkte und Öl-Infrastruktur.
  • Schwere Schläge gegen die strategische Luftwaffe Russlands.
  • Entscheidendes Engagement auf See: Der russische Schwarzmeerflotte wurde durch SBU-Operationen praktisch die Kampffähigkeit genommen.

Experten betonen: Maljuks persönlicher Einfluss ist hier entscheidend. Er hat langjährige Kontakte zu westlichen Partnern aufgebaut, die für Verhandlungen und Unterstützung unverzichtbar sind.

Experten und Militärs in Aufruhr

Die Reaktionen fallen scharf aus – und einheitlich kritisch:

  • Jurij Butusow, bekannter Journalist und Militärexperte: „Eine Entlassung Maljuks passt nicht zur Logik einer Stärkung der Verteidigung. Er ist der Rückgrat der Sicherheitsstruktur und hat direkten Einfluss auf die Front. Ohne ihn würde die Machtbalance kippen und die Verteidigungsfähigkeit geschwächt.“
  • Dmytro Jarosch, Aktivist und ehemaliger Anführer des Rechten Sektors: „Maljuk ist ein Patriot und Profi höchsten Niveaus – genau am richtigen Platz. Seine Abberufung wäre eine strategische Katastrophe, würde unsere Verhandlungspositionen mit dem Westen untergraben und eine zuverlässige Säule des Staates zerstören. Die SBU genießt unter ihm eines der höchsten Vertrauenslevel in der Gesellschaft.“
  • Andrij Bilezkyj, Gründer des Asow-Regiments und Kommandeur der 3. Sturmbrigade: „Maljuk hat die SBU zu einem Schlüssel-Faktor im Krieg gemacht. Seine Ablösung würde einen der effektivsten Teile unserer Kriegsmaschinerie schwächen. Das bereitet mir ernsthafte Sorgen.“

Ähnlich äußern sich weitere Stimmen aus dem Militär, darunter Kommandeure wie Mychajlo Drapatyj und Robert Browdi („Magyar“), die Maljuk als „unersetzlichen Terror für den Feind“ loben.

In Kreisen wird sogar gemunkelt: Sollte Maljuk gehen, „würde im Kreml der Champagner geöffnet“. Eine solche Personalie käme Russland gelegen – ein klares Zeichen, wie hoch der SBU-Chef im Feindbild Moskaus steht.

Politischer Hintergrund: Rotation oder Risiko?

Präsident Selenskyj hat kürzlich eine „durchdachte Rotation“ in den Sicherheitsorganen angekündigt, darunter auch Wechsel im Verteidigungsministerium. Doch Kritiker sehen darin mehr als bloße Erfrischung: In Kriegszeiten könnte ein solcher Schritt die Einheit und Effektivität der Streitkräfte gefährden. Quellen sprechen von internen Spannungen, die bis in den Präsidentenpalast reichen.

Noch ist nichts entschieden. Doch die Welle der Unterstützung für Maljuk zeigt: Die ukrainische Gesellschaft und das Militär wollen Stabilität an der Spitze der SBU – gerade jetzt, wo jeder Schlag gegen Russland zählt. Bleiben Sie dran, wir berichten weiter über diese brisante Entwicklung.