Von der Leyen kündigt neue Verteidigungshilfe für die Ukraine bis Ostern an
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat am vierten Jahrestag des russischen Großangriffs auf die Ukraine ein neues Verteidigungspaket angekündigt, das bis zum Osterfest am 12. April 2026 in der Ukraine eintreffen soll.
Kyjiw – Das Paket umfasst vorrangig Drohnen, Raketen und Munition und bildet den ersten Schritt der Strategie „Steel Porcupine“ (Stahl-Igel).
„Wir werden moderne Waffen für die Streitkräfte der Ukraine kaufen, produzieren und bereitstellen können: Drohnen, Raketen, Munition. Diese Arbeit hat bereits begonnen. Zusammen mit den Streitkräften der Ukraine haben wir das erste prioritäre Paket identifiziert. Unsere Zielsetzung ist es, seine Lieferung bis Ostern zu gewährleisten – darin werden Drohnen und Munition sein“, erklärte von der Leyen auf einer Pressekonferenz in Kyjiw.
Das Paket ist Teil eines geplanten 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Jahre 2026 und 2027, mit dem die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine so gestärkt werden soll, dass sie für jeden Angreifer „unangreifbar“ wird. Von der Leyen betonte, die EU werde diesen Kredit „auf die eine oder andere Weise sichern – wir haben verschiedene Möglichkeiten und werden sie nutzen“.
Zusätzlich laufen Arbeiten zur engeren Integration der ukrainischen und europäischen Rüstungsindustrie. „Wir können viel vom militärisch-industriellen Komplex der Ukraine lernen, und ihr könnt auf unsere Unternehmen zählen. Deshalb ist unser Ziel die weitere Integration“, sagte die Kommissionspräsidentin.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat die EU der Ukraine bereits über 200 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Von der Leyen nannte die Verteidigungshilfe eine der drei zentralen Prioritäten der weiteren Unterstützung. Daneben stehen Energiehilfen (darunter ein sofort verfügbares Paket von 100 Millionen Euro und ein 920-Millionen-Euro-Winterplan für 2026/27) sowie finanzielle Unterstützung im Vordergrund.
Zwei der drei notwendigen Rechtsakte für den 90-Milliarden-Kredit wurden bereits vom EU-Rat für Allgemeine Angelegenheiten genehmigt. Der dritte – Änderungen am langfristigen EU-Haushalt – wird derzeit noch von Ungarn blockiert.
Von der Leyen sprach am Dienstag in Kyjiw auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ihr Besuch fiel bewusst auf den Jahrestag der Invasion, um die anhaltende Solidarität Europas zu unterstreichen. „Die EU bleibt der größte Unterstützer der Ukraine“, betonte sie.
Die Ankündigung kommt nur wenige Stunden, nachdem Großbritannien das bisher umfangreichste Sanktionspaket gegen Russland seit 2022 verhängt hatte.