Vierter Treffer in einer Woche: Ukraine greift Ölterminal Ust-Luga erneut an

Zum vierten Mal in sieben Tagen haben ukrainische Drohnen russische Ölanlagen an der Ostsee getroffen – diesmal wieder den Terminal Ust-Luga, einen der wichtigsten Rohölexporthäfen Russlands.

Vierter Treffer in einer Woche: Ukraine greift Ölterminal Ust-Luga erneut an
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Der ukrainische Geheimdienst SBU hat in der Nacht auf Sonntag erneut den russischen Ölterminal im Ostseehafen Ust-Luga angegriffen – und damit innerhalb einer einzigen Woche zum vierten Mal russische Energieinfrastruktur an der Ostsee getroffen. Der Angriff löste schwere Schäden und einen Brand auf dem Gelände des Terminals aus.

Laut Bestätigung des SBU waren es Langstreckendrohnen des Zentrums für Spezialoperationen „Alpha", die in der vergangenen Nacht die Infrastruktur des Ölterminals im Hafen Ust-Luga in der russischen Region Leningrad erfolgreich angriffen. Ust-Luga gilt als einer der wichtigsten Seehäfen Russlands an der Ostsee – über ihn wird Rohöl exportiert, darunter auch mithilfe von Schiffen der sogenannten Schattenflotte, mit der Russland westliche Sanktionen zu umgehen versucht.

Die heutige Operation ist nicht die erste dieser Art: Bereits in den Tagen zuvor hatten Drohnen des SBU gemeinsam mit den ukrainischen Streitkräften den Hafen Prymorsk angegriffen – einem weiteren bedeutenden russischen Ölexportdrehkreuz an der Ostsee. Dabei wurden mehrere Tanklager in Brand gesetzt. Insgesamt hat die Ukraine damit in einer Woche vier erfolgreiche Angriffe auf russische Energieanlagen im Ostseeraum durchgeführt – eine Schlagzahl, die Beobachter als strategisch neue Qualität werten.

Generalmajor Jewhen Chmara, amtierender Leiter des SBU, ordnete die Angriffe in ein größeres operatives Konzept ein: Alle russischen Ölanlagen seien faktisch Teil des russischen Militärindustriekomplexes, da ihre Einnahmen direkt den Staatshaushalt und damit den Krieg gegen die Ukraine finanzierten. Die Spezialoperationen gegen diese Infrastruktur würden daher konsequent fortgesetzt. Russland werde für seine Aggression einen hohen Preis zahlen, so Chmara.

Die Angriffe auf Ust-Luga und Prymorsk haben nicht nur symbolische Bedeutung. Russland ist auf seine Ostsee-Exporthäfen angewiesen, um Öl an Abnehmer in Asien und anderen Regionen zu liefern, die sich nicht an westliche Sanktionen gebunden fühlen. Jeder Ausfall oder auch nur jede Verzögerung im Betrieb dieser Terminals trifft Russland an einer empfindlichen Stelle – dem Ölexport, der einen Großteil der Kriegsfinanzierung sichert. Die Ukraine setzt damit ihre Strategie fort, den wirtschaftlichen Unterbau des russischen Kriegsapparats systematisch zu schwächen, anstatt sich auf rein frontnahe Operationen zu beschränken.