USA sehen Chancen für Gipfeltreffen zwischen Selenskyj und Putin
Es wäre eine diplomatische Sensation und vielleicht der entscheidende Wendepunkt in einem jahrelangen Krieg: Ein direktes Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Machthaber Wladimir Putin rückt offenbar in den Bereich des Möglichen.
Das berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, die in die aktuellen Verhandlungen involviert sind.
„Sehr nah“ an einer Begegnung
Nach den trilateralen Gesprächen in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), an denen Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands teilnahmen, herrscht in diplomatischen Kreisen vorsichtiger Optimismus. „Wir sind einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj sehr nah“, zitierte Axios einen hochrangigen US-Beamten, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Die Bedingung für ein solches historisches Gipfeltreffen ist jedoch der Erfolg der laufenden Verhandlungen auf niedrigerer Ebene. Sollte die nächste Runde der Gespräche in Abu Dhabi positiv verlaufen, könnten sich laut dem US-Insider sogar Türen für Treffen direkt in den Hauptstädten öffnen – in Moskau oder Kyjiw.
Der Weg zum Gipfel: Erst die Arbeit, dann die Chefs
Die Strategie der Vermittler scheint klar: Bevor sich die Staatschefs die Hand geben, müssen die Details geklärt sein. „Wir glauben, dass solche [vorbereitenden] Treffen stattfinden müssen, bevor die Staatsoberhäupter zusammenkommen“, erklärte der Beamte. Doch er fügte eine vielversprechende Prognose hinzu: „Wir glauben nicht, dass wir davon weit entfernt sind. Wenn wir den aktuellen Weg fortsetzen, werden wir dieses Ziel erreichen.“
Licht und Schatten in Abu Dhabi
Die jüngsten Gespräche in den Emiraten wurden von Steve Witkoff, dem Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, bereits als „sehr konstruktiv“ bezeichnet. Doch hinter den Kulissen bleibt die Lage komplex. Während es Berichten zufolge Fortschritte bei militärischen Fragen gab, herrscht beim heikelsten Thema – den Territorien – noch Stillstand.
Laut Quellen aus Kyjiw beharrt die Ukraine darauf, die aktuelle Frontlinie als Basis für territoriale Diskussionen zu nutzen. Der Kreml hingegen fordert weiterhin den Rückzug ukrainischer Truppen aus den noch nicht besetzten Teilen der Region Donezk.
Ob der diplomatische Optimismus der Amerikaner ausreicht, um diese tiefen Gräben zu überbrücken und Selenskyj und Putin tatsächlich an einen Tisch zu bringen, werden die kommenden Wochen zeigen. Das letzte persönliche Treffen der beiden fand im Jahr 2019 statt – in einer Welt, die sich seitdem radikal verändert hat.
INSERT_STEADY_NEWSLETTER_SIGNUP_HERE