Ukrainische Top-Delegation bereitet historischen 800-Milliarden-Deal vor
In einer entscheidenden Phase des diplomatischen Ringens um die Zukunft der Ukraine richten sich die Augen an diesem Wochenende auf Florida.
Miami/Kyjiw – Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die Botschafterin in den USA, Olga Stefanischyna, bestätigten, trifft eine hochrangige ukrainische Delegation am morgigen Samstag, den 17. Januar 2026, in Miami ein.
Das Ziel der Gespräche ist ambitioniert: Es geht um die Finalisierung von Abkommen, die sowohl Sicherheitsgarantien als auch ein gewaltiges wirtschaftliches Wiederaufbaupaket im Wert von bis zu 800 Milliarden US-Dollar umfassen.
Die "schwere Artillerie" der ukrainischen Politik
Besonders bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Delegation, die die aktuellen Machtstrukturen in Kyjiw widerspiegelt. Die Gruppe wird angeführt von drei Schlüsselfiguren:
- Kyrylo Budanow, der nun als Leiter des Büros des Präsidenten fungiert (eine signifikante Entwicklung seiner politischen Laufbahn),
- Rustem Umjerow, der als Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates (RNBO) anreist,
- Dawyd Arachamija, der Vorsitzende der Regierungspartei „Diener des Volkes“.
Diese personelle Aufstellung unterstreicht die Dringlichkeit und das Gewicht der Verhandlungen. Es geht nicht mehr nur um diplomatische Floskeln, sondern um handfeste Resultate.
Der Weg nach Davos führt über Miami
Das Treffen in Miami dient als direkte Vorbereitung auf das Weltwirtschaftsforum in Davos, das vom 19. bis 23. Januar stattfindet. Die Strategie Kyjiws scheint klar: Man will mit bereits ausgehandelten, unterschriftsreifen Verträgen in die Schweiz reisen, um dort ein starkes Signal der euro-atlantischen Einheit zu senden.
„Wir arbeiten an zwei Schlüsseldokumenten – Abkommen über Sicherheitsgarantien und den wirtschaftlichen Wohlstand der Ukraine“, erklärte Botschafterin Stefanischyna. Die Summe von 800 Milliarden Dollar deutet darauf hin, dass es sich um einen umfassenden „Marshall-Plan“ handelt, der Investitionen und Sicherheitsarchitektur miteinander verknüpft.
Präsident Selenskyj betonte in seiner Videoansprache am Freitagabend die Notwendigkeit konkreter Ergebnisse: „Jetzt ist definitiv nicht die Zeit für laute und leere Gespräche [...]. Wir brauchen Ergebnisse für echte Menschen.“
Ein Signal an Moskau
Dass dieses Treffen in den USA stattfindet, kurz bevor die Weltelite in Davos zusammenkommt, ist auch als geopolitisches Signal zu werten. Während Russland laut ukrainischen Angaben Friedensverhandlungen verzögert, setzt Kyjiw auf die Vertiefung der Allianz mit Washington, um Fakten zu schaffen – sowohl militärisch als auch ökonomisch.
Die kommenden Tage in Miami und anschließend in Davos könnten somit entscheidend dafür sein, wie die nächste Phase des ukrainischen Wiederaufbaus und der nationalen Sicherheit gestaltet wird.