Ukraine zerstört russische Drohnenfabrik in Taganrog

Am 13. Januar 2026 gelang den ukrainischen Streitkräften ein weiterer präziser Schlag gegen die russische Drohnenproduktion – diesmal tief im Hinterland, in der Rostow-Region.

Ukraine zerstört russische Drohnenfabrik in Taganrog
Foto: Screenshot Astra-Video

Das Ziel: das Unternehmen «Атлант Аеро» (Atlant Aero) in Taganrog. Warum genau dieses Werk? Das Unternehmen deckt den kompletten Lebenszyklus ab:

  • Entwicklung
  • Produktion
  • Erprobung

von schwere Angriffs- und Aufklärungsdrohnen des Typs «Molniya» (Blitz) sowie von Baugruppen für die größere Drohne «Orion».

Beide Systeme gehören zu den am häufigsten eingesetzten russischen Langstrecken-Drohnen gegen ukrainische Städte, Dörfer, Energieanlagen und zivile Infrastruktur. Jede Woche starten Dutzende bis Hunderte solcher Geräte von russischem Gebiet oder von der Krim aus. Eine Unterbrechung der Fertigung in Taganrog bedeutet daher real weniger Drohnen am Himmel über der Ukraine in den kommenden Monaten.

Wer hat angegriffen – und womit?

Die Operation führten gemeinsam durch:

  • Spezialeinheit „Alfa“ des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU)
  • Unterstützende Einheiten der Ukrainischen Marine (ВМС ЗСУ)

Eingesetzt wurden ukrainische Raketen – also eigenentwickelte Langstreckensysteme, keine westlichen Lieferungen wie ATACMS oder Storm Shadow. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine bestätigte den Treffer offiziell; die genauen Ergebnisse werden derzeit noch präzisiert.

Was passierte vor Ort?

Augenzeugen in Taganrog berichteten von einer ganzen Serie lauter Explosionen, gefolgt von einem starken Brand auf dem Werksgelände. In sozialen Netzwerken und russischen Telegram-Kanälen tauchten schnell Aufnahmen auf, die dichte Rauchwolken und offene Flammen über einem Industrieareal zeigten.

Der Gouverneur der Rostow-Region, Jurij Sljusar, bestätigte Schäden an einem „Industrieobjekt“ sowie an Gaspipelines in der Stadt – typische Formulierung, um den militärischen Charakter des Ziels zu verschleiern. Das russische Verteidigungsministerium schwieg bisher weitgehend zum konkreten Treffer und meldete nur die üblichen „abgefangenen Drohnen“ über der Region.

Der größere Zusammenhang

Der Schlag reiht sich ein in eine seit Herbst 2025 sehr systematisch geführte ukrainische Kampagne gegen die hintere Logistik und Rüstungsproduktion Russlands:

  • Mehrere große Raffinerien und Treibstofflager (zuletzt z. B. Žutovska in der Wolgograd-Region)
  • Munitionsdepots und Luftabwehrstellungen auf besetztem Gebiet
  • Spezialisierte Produktionsstätten für Drohnen, Raketen und Elektronik
Der SBU formulierte das Ziel der Aktion sehr klar:„Jede gestoppte Produktionslinie – das sind Hunderte Drohnen, die nicht über ukrainische Städte fliegen werden, unschuldige Menschen nicht töten, Häuser nicht zerstören. Die ‚Bavovna‘ [ukrainischer Internet-Slang für Explosionen] auf den Unternehmen des russischen Militär-Industriellen Komplexes wird weiter brennen.“

Fast zeitgleich – in der Nacht zum 13. Januar – führte Russland eine der größten kombinierten Angriffswellen der letzten Wochen durch: fast 300 Drohnen (überwiegend Shahed/Geran-2), dazu Dutzende ballistische und Marschflugkörper. Hauptziele waren erneut ukrainische Kraftwerke und Umspannwerke – in mehreren Oblasten brachen Stromausfälle aus.

Der ukrainische Gegenschlag wirkt daher wie ein sehr direktes Signal: Terror gegen Zivilisten und Energie wird mit gezielten Schlägen gegen die Produktionsbasis des Terrors beantwortet.

Der Treffer auf „Atlant Aero“ in Taganrog ist kein Zufallstreffer, sondern das Ergebnis monatelanger Aufklärung, präziser Zielerfassung und der rasanten Weiterentwicklung ukrainischer Langstreckenwaffen. Er zeigt, dass die Reichweite und Treffsicherheit eigener Systeme inzwischen ausreicht, um sensible Punkte 100–150 km hinter der Grenze systematisch unter Feuer zu nehmen.Für die Menschen in der Ukraine bedeutet jeder zerstörte Produktionshangar für „Molniya“- oder „Orion“-Drohnen ganz konkret: ein Stück weniger permanenter Drohnenterror. Und genau das macht solche Operationen – bei aller Härte des Krieges – zu einem der wenigen Lichtblicke in diesem langen Winter.