Ukraine und Moldau von massiven Blackouts betroffen – technische Störung als Ursache

Eine plötzliche und weitreichende technische Störung hat am Samstag große Teile der Ukraine und Moldaus lahmgelegt.

Ukraine und Moldau von massiven Blackouts betroffen – technische Störung als Ursache
Foto: Dmytro Vynohradov / Unsplash

Millionen Menschen sitzen in der eisigen Winterkälte ohne Strom, Heizung und teilweise ohne Wasser da. Besonders dramatisch ist die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw, wo die Wasserversorgung zeitweise zusammenbrach und die U-Bahn komplett stillstand.

Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal bestätigte, dass die Ursache in den Hauptstromleitungen zwischen Rumänien, Moldau und der Ukraine liegt. „Die Störung trat an den grenzüberschreitenden Leitungen auf“, erklärte Schmyhal. Offenbar handelt es sich um ein technisches Problem im Verbundnetz, das die Stromversorgung aus dem Süden und Südwesten unterbrach. Russische Angriffe oder Sabotageakte wurden von offizieller Seite nicht erwähnt – stattdessen wird betont, dass es sich um eine rein technische Panne handelt.

Die Ausfälle betreffen vor allem das Zentrum und den Nordosten der Ukraine sowie weite Teile Moldaus. In Kyjiw, wo die Temperaturen seit Tagen unter dem Gefrierpunkt liegen, berichten Bewohner von Wohnblocks ohne Heizung und Aufzüge, die stecken bleiben. „Wir haben seit Stunden kein Licht, kein warmes Wasser und jetzt auch kein Trinkwasser mehr“, schilderte eine Anwohnerin aus dem Stadtteil Obolon gegenüber lokalen Medien. Die U-Bahn, das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in der Millionenmetropole, wurde vorsorglich komplett eingestellt, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

In Moldau, das stark von ukrainischen Stromimporten abhängig ist, kam es ebenfalls zu flächendeckenden Blackouts. Die Hauptstadt Chișinău und umliegende Regionen waren betroffen. Behörden riefen die Bevölkerung auf, Kerzen und batteriebetriebene Lampen bereitzuhalten und unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Notfallgeneratoren wurden in Krankenhäusern und kritischen Einrichtungen aktiviert, doch die Kapazitäten reichen vielerorts nicht aus.

Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein: Seit Wochen hält eine extreme Kältewelle Osteuropa in ihrem Griff. Meteorologen sprechen von Dauerfrost mit Temperaturen bis zu minus 15 Grad in der Nacht. Ohne Strom und Heizung droht für viele Menschen – insbesondere Ältere, Kinder und Kranke – eine ernste Gesundheitsgefahr.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Geopolitik wirkt die Panne fast wie ein bitterer Kommentar: Bereits morgen, am 1. Februar, sollen Vertreter der Ukraine und Russlands in Abu Dhabi zusammenkommen, um erstmals seit Langem wieder über einen möglichen Waffenstillstand zu verhandeln. Ob die Stromausfälle Einfluss auf die Gesprächsbereitschaft haben werden, ist unklar. Experten warnen jedoch, dass anhaltende Infrastrukturprobleme – ob technisch oder kriegsbedingt – die humanitäre Lage in der Region weiter verschärfen könnten.

Wann die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt sein wird, ist derzeit offen. Die Netzbetreiber arbeiten unter Hochdruck an der Fehlerbehebung. Für Millionen Menschen in der Ukraine und Moldau bleibt es vorerst bei Kerzenschein und Hoffnung auf schnelle Reparaturen – in einer der härtesten Winternächte seit Jahren.