Ukraine und Bulgarien unterzeichnen Sicherheitsabkommen – gemeinsame Drohnenproduktion geplant
Die Ukraine und Bulgarien haben ein zehnjähriges Sicherheitsabkommen unterzeichnet – es sieht neben fortsetzender Militärhilfe auch die gemeinsame Produktion von Drohnen und anderen Waffen in beiden Ländern vor.
Die Ukraine und Bulgarien haben in Kyjiw ein zehnjähriges bilaterales Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Die Zeremonie fand zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem geschäftsführenden bulgarischen Ministerpräsidenten Andrej Gjurow statt. Kernpunkte des Abkommens sind die Fortsetzung der bulgarischen Militärhilfe und – als neues Element – die gemeinsame Rüstungsproduktion in beiden Ländern, darunter ausdrücklich Drohnen.
Für die Drohnenproduktion soll das EU-Programm SAFE genutzt werden, das die gemeinsame europäische Rüstungsproduktion fördern soll. Selenskyj begrüßte ausdrücklich, dass Bulgarien zudem dem PURL-Programm beitritt, über das NATO-Partner Waffenkäufe für die Ukraine in den USA finanzieren. Beide Schritte stärken nicht nur die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine, sondern auch die industrielle Basis Bulgariens selbst, betonte der Präsident.
Selenskyj nutzte die Pressekonferenz auch, um den strategischen Rahmen des Abkommens zu erläutern. Mit Blick auf den laufenden Nahostkrieg warnte er, dass kein Land mehr darauf vertrauen könne, von militärischen Bedrohungen verschont zu bleiben – auch wirtschaftlich starke und international gut vernetzte Staaten nicht. Russische Drohnen hätten wiederholt EU-Luftraum verletzt, und Moskau werde seinen Einschüchterungskurs gegenüber NATO- und EU-Ländern fortsetzen und verstärken.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abkommens ist die Sicherheit im Schwarzen Meer, die Selenskyj als strategisch zentral für die Ukraine, Rumänien, Bulgarien und die Türkei bezeichnete. Die Ukraine habe durch ihre Drohnenangriffe auf die russische Schwarzmeerflotte einen Sicherheitskorridor für die Schifffahrt erkämpft – nun gehe es darum, diesen zu festigen und das Schwarze Meer systematisch zu entminen. Eine entsprechende Koalition unter bulgarischer, rumänischer und türkischer Beteiligung arbeite bereits daran; Selenskyj signalisierte, dass die Ukraine künftig eingebunden werden solle.
Darüber hinaus enthält das Abkommen Vereinbarungen über einen Energiekorridor zwischen beiden Ländern, über den jährlich bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Gas in die Ukraine fließen könnten – eine wichtige Absicherung für den Fall, dass einzelne EU-Staaten den Gastransit blockieren.