Ukraine erhält den neuen "Drohnen-Jäger" Tempest aus den USA

Mitten in der anhaltenden Auseinandersetzung um die Sicherung des ukrainischen Luftraums gibt es eine überraschende Wendung: Medienberichten zufolge haben die Vereinigten Staaten der Ukraine heimlich das hochmoderne Flugabwehrsystem "Tempest" geliefert.

Ukraine erhält den neuen "Drohnen-Jäger" Tempest aus den USA
Foto: x.com/TheDeadDistrict

Das System, das erst vor wenigen Monaten auf Rüstungsmessen als Konzept vorgestellt wurde, könnte eine entscheidende Antwort auf die massiven russischen Drohnenangriffe sein.

​Was wir wissen

​Wie die Nachrichtenagentur UNIAN unter Berufung auf Fotos und Insiderquellen berichtet, befindet sich das System bereits im Einsatz. Die Geheimhaltung der Lieferung deutet darauf hin, dass die USA und die Ukraine die neuen Fähigkeiten zunächst unter realen Kampfbedingungen testen wollten, bevor sie öffentlich gemacht werden.

​Der "Tempest": Ein Kind des Ukraine-Krieges

​Das Besondere am Tempest-System (hergestellt vom US-Unternehmen V2X) ist seine Entstehungsgeschichte. Es wurde spezifisch auf Basis der "Lessons Learned" aus dem Ukraine-Krieg entwickelt. Militärexperten hatten beobachtet, wie effektiv ukrainische "mobile Feuergruppen" auf Pick-ups gegen iranische Shahed-Drohnen vorgingen, aber oft an die Grenzen ihrer manuellen Zielerfassung stießen.

​Der Tempest schließt genau diese Lücke. Er ist im Grunde eine High-Tech-Version dieser mobilen Gruppen:

  • Plattform: Montiert auf leichten, extrem geländegängigen Buggys oder Anhängern, kann das System schnell die Position wechseln ("Shoot and Scoot"), um russischem Artilleriefeuer zu entgehen.
  • Bewaffnung: Berichten zufolge nutzt das System Raketen vom Typ AGM-114L Longbow Hellfire. Diese verfügen über einen eigenen Radar-Suchkopf ("Fire and Forget"). Das bedeutet: Sobald die Rakete abgefeuert ist, findet sie ihr Ziel selbstständig – auch durch Nebel, Wolken oder Rauch, wo lasergesteuerte Systeme oft versagen.
  • Sensoren: Ausgestattet mit einem kompakten RADA-Radar, kann der Tempest anfliegende Drohnenschwärme frühzeitig erkennen, ohne auf externe Großradare angewiesen zu sein.

​Warum dieses System jetzt so wichtig ist

​Für die ukrainische Luftverteidigung ist der Tempest ein potentieller "Gamechanger" aus wirtschaftlicher Sicht. Bisher musste die Ukraine oft teure Abfangraketen (wie für IRIS-T oder NASAMS) einsetzen, um relativ billige russische Kamikaze-Drohnen abzuwehren. Der Tempest bietet eine kosteneffizientere Lösung, die speziell für den Nahbereich (Short-Range Air Defense, SHORAD) optimiert ist.

​Indem der Tempest die "Dreckarbeit" gegen Drohnen übernimmt, werden die wertvollen Patriot- und SAMP/T-Batterien entlastet, damit diese sich auf die Abwehr von ballistischen Raketen und russischen Kampfflugzeugen konzentrieren können.

​Fazit

​Die Ankunft des Tempest in der Ukraine markiert einen neuen Schritt in der westlichen Unterstützung: Es werden nicht mehr nur Lagerbestände alter Systeme geliefert, sondern brandneue Technologien, die direkt als Reaktion auf das moderne Schlachtfeld entwickelt wurden. Sollten sich die Berichte über die Effektivität bestätigen, dürfte der Tempest in den kommenden Monaten zu einem der wichtigsten Werkzeuge im Kampf gegen den russischen Drohnenterror werden.