Tschernobyl-Atomkraftwerk nach russischem Angriff wieder ans Netz angeschlossen
Das ukrainische Energieministerium hat mitgeteilt, dass das Atomkraftwerk Tschernobyl nach einem nächtlichen russischen Angriff auf die Energieinfrastruktur wieder vollständig an das vereinte ukrainische Stromnetz angeschlossen wurde.
Der Beschuss hatte zu einem vorübergehenden Stromausfall geführt, doch dank der schnellen Arbeit der Energietechniker ist die Situation nun stabilisiert.
Der Angriff richtete sich in der Nacht zum 20. Januar gegen Knotenpunkte der Energieinfrastruktur, die die Versorgung der Objekte in der Sperrzone von Tschernobyl sicherstellen. Dadurch wurde das Kraftwerk vorübergehend vom nationalen Stromnetz getrennt. Kritische Umspannwerke, die für den Betrieb ukrainischer Atomkraftwerke essenziell sind, wurden beschädigt. Dennoch gelang es den Fachkräften, alle wichtigen Einrichtungen – insbesondere das Neue Sichere Confinement und die Lagerstätten für abgebrannten Kernbrennstoff – wieder in den Normalbetrieb zu bringen.
Das Energieministerium erklärte, dass dank der koordinierten Arbeit der Energietechniker alle Objekte des Tschernobyl-Kraftwerks wieder an das vereinte Energiesystem der Ukraine angeschlossen seien und im Normalmodus arbeiten. Die Station verfüge über ausreichende Kraftstoffreserven und funktionsfähige Notstromquellen, um auf mögliche weitere Angriffe vorbereitet zu sein.Zur Strahlungssituation teilte das Ministerium mit, dass die Werte am Industriestandort und in der Sperrzone die Kontrollgrenzen nicht überschreiten. Derzeit bestehe keine direkte Bedrohung für die Bevölkerung oder die Umwelt. Die Energietechniker und das Personal der Station überwachen die Lage weiterhin intensiv.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Funktionalität des Neuen Sicheren Confinements durch den Angriff stark beeinträchtigt wurde. Auch wenn es derzeit keine Anhaltspunkte für eine Ausbreitung von Kontaminationen jenseits der Sperrzone gibt, bleibt die Situation riskant.
Das ukrainische Energieministerium verurteilte die russischen Angriffe als grobe und zynische Verletzung aller grundlegenden Prinzipien der nuklearen und radiologischen Sicherheit. Die Ukraine fordert die Internationale Atomenergiebehörde auf, die anhaltenden Bedrohungen für die nuklearen Anlagen dringend zu thematisieren.
Der Vorfall unterstreicht einmal mehr die extremen Risiken, denen die ukrainische Energieinfrastruktur und insbesondere die nuklearen Objekte durch den anhaltenden Krieg ausgesetzt sind.