Tschechien kündigt Lieferung von Jagdflugzeugen zur Drohnenabwehr für Ukraine an

Inmitten der anhaltenden Luftangriffe durch russische Drohnenschwärme kommt unerwartete, aber hochwillkommene Hilfe aus Mitteleuropa.

Tschechien kündigt Lieferung von Jagdflugzeugen zur Drohnenabwehr für Ukraine an
Foto: Ukrainisches Präsidialamt

Der tschechische Präsident Petr Pavel hat bei seinem aktuellen Besuch in Kyjiw eine entscheidende Zusage gemacht: Die Tschechische Republik wird der Ukraine in Kürze Kampfflugzeuge zur Verfügung stellen, die speziell für die Jagd auf Drohnen geeignet sind.

„Schnell und effektiv“

„Wir können innerhalb relativ kurzer Zeit mehrere mittlere Kampfflugzeuge liefern, die im Kampf gegen unbemannte Flugsysteme äußerst effektiv sind“, erklärte Pavel gegenüber Medienvertretern. Der Präsident, selbst ein ehemaliger General und hoher NATO-Funktionär, betonte, dass die Umsetzung dieses Plans „schnell und erfolgreich“ erfolgen werde.

​Zwar nannte Pavel keinen spezifischen Flugzeugtyp, doch Experten und Beobachter sind sich weitgehend einig: Es dürfte sich höchstwahrscheinlich um den L-159 ALCA (Advanced Light Combat Aircraft) handeln. Dieser in Tschechien produzierte leichte Unterschall-Kampfjet ist wendig, kostengünstig im Betrieb und verfügt über moderne Avionik – ideal, um langsame, tieffliegende Ziele wie die iranischen Shahed-Drohnen abzufangen, ohne teure Raketen von Hochleistungssystemen wie der Patriot verschwenden zu müssen.

Augen und Ohren für die Front

Das Luftfahrtpaket ist jedoch nicht alles. Pavel stellte zudem die Lieferung von Frühwarnsystemen in Aussicht. Im Gespräch sind dabei fortschrittliche passive Radarsysteme, die Ziele erfassen können, ohne selbst durch eigene Signale entdeckt zu werden. Diese Technologie gilt als eine tschechische Spezialität und könnte die ukrainische Luftabwehr signifikant stärken.

Hintergrund: Ein Partner, der liefert

Die Ankündigung reiht sich in eine massive Unterstützungskampagne Prags ein. Erst Ende 2025 wurde bekannt, dass die tschechische Firma LPP den neuen Langstrecken-Marschflugkörper „Narwhal“ entwickelt hat, dessen Feuertaufe unter realen Kampfbedingungen in der Ukraine für Januar oder Februar 2026 angesetzt ist. Zudem vermeldete Ex-Premier Petr Fiala den erfolgreichen Abschluss der „Tschechischen Munitionsinitiative“, die der Ukraine allein im Jahr 2025 rund 1,8 Millionen Großkaliber-Granaten lieferte.

​Mit den neuen Jets könnte Kyjiw nun eine kosteneffiziente Antwort auf die tägliche Drohnenbedrohung erhalten – und das „Made in Czech Republic“.