Trump plant vorerst kein Treffen mit Selenskyj in Davos
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos sollte eigentlich im Zeichen der Ukraine stehen, doch kurz vor dem geplanten Höhepunkt herrscht diplomatische Funkstille.
Ein wichtiges Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist laut Berichten von Politico noch immer nicht offiziell angesetzt – während ein völlig anderes Thema die Agenda sprengt.
Ein geplatztes diplomatisches Zentrum?
Ursprünglich sollte das Zusammentreffen der beiden Staatschefs das geopolitische Herzstück des diesjährigen Gipfels in Davos bilden. Im Raum steht ein historisches Abkommen über den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg, das ein Volumen von rund 800 Milliarden US-Dollar umfassen soll. Doch wie Insider berichten, gibt es derzeit erhebliche Verzögerungen bei der Terminfindung.
Während Selenskyj laut Quellen aus republikanischen Kreisen „unbedingt“ ein persönliches Gespräch mit Trump sucht, scheint die Zurückhaltung primär vom Weißen Haus auszugehen. Selenskyj vertrete die Ansicht, dass die Vorteile eines direkten Kontakts die Risiken überwiegen, insbesondere um Trumps Meinung nicht allein anderen Akteuren zu überlassen.
Grönland verdrängt die Ukraine
Die geopolitische Dynamik in Davos hat sich in den letzten Tagen dramatisch verschoben. Anstatt über die Verteidigung der Ukraine und die europäische Sicherheitsarchitektur zu debattieren, dominiert ein überraschendes Thema die Flure des Kongresszentrums: Grönland.
Trumps erneutes Interesse an der strategisch wichtigen Insel hat die Ukraine-Frage in den Hintergrund gedrängt. Europäische Staats- und Regierungschefs scheinen ihren Fokus zunehmend auf die transatlantischen Spannungen rund um dieses Thema zu verlagern, um den Erwartungen der US-Administration entgegenzukommen. Der dänische Außenminister reagierte bereits deutlich und forderte Trump auf, „diesen Pfad zu vergessen“.
Strategische Verschiebungen und russische Präsenz
Während das Treffen mit Selenskyj auf der Kippe steht, gibt es Bewegungen an anderer Stelle: Kirill Dmitrijew, ein Gesandter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, wird in Davos erwartet, um sich mit Mitgliedern der US-Delegation auszutauschen. Dies nährt Spekulationen über eine mögliche Neuausrichtung der US-Politik gegenüber Moskau, während Kyjiw um Aufmerksamkeit kämpft.
Ukrainische Beamte versuchen unterdessen verzweifelt, das Interesse der Delegierten aufrechtzuerhalten. Doch in einem Davos, das zunehmend von den unvorhersehbaren Prioritäten Washingtons geprägt wird, scheint die Ukraine momentan Gefahr zu laufen, zur Nebensache zu werden.