Trump bittet Putin um einwöchige Feuerpause – Selenskyj sieht „wichtiges Signal“
US-Präsident Donald Trump hat in einer überraschenden Äußerung im Weißen Haus erklärt, er habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich gebeten, für eine Woche keine Angriffe auf Kyjiw und andere ukrainische Städte durchzuführen – und Putin habe zugestimmt.
Der Grund: die anhaltende extreme Kälte in der Ukraine, die die Energieversorgung besonders gefährdet. Trump zeigte sich optimistisch und sprach von baldigen Fortschritten bei der Beendigung des Krieges.
„Ich habe Putin persönlich gebeten, Kyjiw und andere ukrainische Städte eine Woche lang nicht zu beschießen, solange die starken Fröste anhalten. Er hat zugestimmt“, zitierte der US-Präsident sich selbst in seiner Rede. Er verwies zudem auf intensive Bemühungen seines Teams – darunter Steve Witkoff und Jared Kushner –, um den Konflikt zu lösen: „Wir haben bereits acht Konflikte beigelegt, und ich glaube, bald kommt der nächste dazu.“
Der Hintergrund: Die Ankündigung steht im Kontext trilateraler Verhandlungen zwischen Ukraine, USA und Russland in Abu Dhabi. Dort wurde offenbar über eine vorübergehende Pause russischer Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur gesprochen – ein sogenanntes „energetisches Peremirije“ (Energie-Waffenstillstand). Ziel ist es, die lebenswichtige Strom- und Wärmeversorgung in der Ukraine während des harten Winters zu schützen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte prompt und positiv auf Trumps Worte. In einer Mitteilung auf X (ehemals Twitter) bezeichnete er die Aussage als „wichtiges Signal“ und betonte: „Deeskalationsschritte tragen zu realem Fortschritt bei der Beendigung des Krieges bei.“
Selenskyj dankte Trump ausdrücklich für den Einsatz zum Schutz von Menschenleben im Winter und verwies auf die Gespräche in den Emiraten: „Die Teams haben dort darüber gesprochen. Wir hoffen, dass die Vereinbarungen eingehalten werden.“
Gleichzeitig blieb Selenskyj vorsichtig: Es sei unklar, ob Russland die Zusage tatsächlich umsetzt und ob es sich um einen einseitigen Schritt oder eine gegenseitige Absprache handelt. Ukrainische Stellen erfuhren von der möglichen Feuerpause zunächst aus Trumps öffentlicher Erklärung – nicht direkt aus Moskau. Dennoch sieht Kyjiw in der Initiative einen potenziell wertvollen Beitrag zur Stabilisierung der Energieversorgung, die für Millionen Menschen überlebenswichtig ist.
Ob der einwöchige „Energie-Waffenstillstand“ tatsächlich hält und ob er der Auftakt zu umfassenderen Verhandlungen wird, bleibt abzuwarten. Für viele in der Ukraine wäre bereits eine Woche ohne Angriffe auf Städte und Energieanlagen ein spürbarer Lichtblick in einem langen Winterkrieg. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Worte in Taten umgesetzt werden.
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