Trotz "Keine Kugel"-Versprechen: Slowakische Waffenexporte in die Ukraine boomen

Entgegen seiner strikten Wahlkampfparolen macht die Slowakei unter Premierminister Robert Fico weiterhin glänzende Geschäfte mit der Ukraine.

Trotz "Keine Kugel"-Versprechen: Slowakische Waffenexporte in die Ukraine boomen
Foto: engin akyurt / Unsplash

Bratislava – Während Fico vor seinem Amtsantritt schwor, "keine einzige Kugel" mehr nach Kyjiw zu schicken, erlebt die slowakische Rüstungsindustrie derzeit einen historischen Aufschwung – angetrieben vor allem durch die Nachfrage aus dem Nachbarland.

​Wie die Kyiv Post berichtet, hat sich die slowakische Regierung zwar offiziell aus der direkten militärischen Unterstützung zurückgezogen, doch private Rüstungsfirmen füllen die Lücke äußerst profitabel.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • ​Im Jahr 2024 schnellten die slowakischen Waffenexporte auf 1,15 Milliarden Euro in die Höhe.
  • ​Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr und zehnmal so viel wie vor dem russischen Großangriff 2022.
  • ​Laut Oxford Economics gehört die Slowakei damit weltweit zu den am schnellsten wachsenden Waffenexporteuren (gemessen am Anteil am Gesamtexport) und lässt dabei sogar Schwergewichte wie die USA oder Polen hinter sich.

​Die Regierung in Bratislava rechtfertigt diesen Widerspruch mit einer pragmatischen Unterscheidung: Das Verbot beziehe sich lediglich auf Bestände aus staatlichen Lagern. Der stellvertretende Verteidigungsminister Igor Melicher erklärte dazu trocken: "Dies zeugt nicht von einer Unterstützung des Krieges, sondern von einer Unterstützung des Handels." Man respektiere den freien Markt und werde der eigenen Industrie keine Steine in den Weg legen.

​Während Fico politisch auf Distanz zu Kyjiw geht, laufen die Fließbänder der slowakischen Waffenschmieden für die ukrainische Front heißer denn je.