„Träumt weiter“: NATO-Chef Rutte erteilt Europas Alleingang eine brutale Absage
Mark Rutte ist bekannt für seinen pragmatischen Stil. Doch seine jüngste Botschaft an all jene, die von einer europäischen Verteidigung ohne die USA fantasieren, war mehr als nur pragmatisch – sie war ein harter Realitätsschock.
Der NATO-Generalsekretär machte unmissverständlich klar: Ohne Washington ist der Kontinent militärisch nackt.
Wer glaubt, die Europäische Union oder der Kontinent als Ganzes könne sich in der heutigen Bedrohungslage ohne die Hilfe der Vereinigten Staaten verteidigen, dem gab Rutte einen kurzen, vernichtenden Rat: „Träumt weiter.“
Der Preis der Unabhängigkeit: Unbezahlbar?
Laut dem NATO-Chef unterschätzen Befürworter einer strategischen Autonomie massiv die Kosten, die ein Wegfall des US-Schutzschirms verursachen würde. Rutte rechnete vor, was nötig wäre, um die amerikanische Feuerkraft zu ersetzen:
- Explosion der Ausgaben: Die Verteidigungshaushalte müssten von den derzeitigen Zielen (rund 2–3 %) auf massiv über 10 % des Bruttoinlandsprodukts ansteigen.
- Nukleare Abschreckung: Europa müsste ein eigenes, umfassendes Atomwaffenarsenal aufbauen und unterhalten.
- Finanzieller Kollaps: Es würde „Milliarden über Milliarden Euro“ kosten, diese Lücke zu füllen.
Trotz dieser harten Analyse betonte Rutte, dass die Beziehung keine Einbahnstraße sei. „Europa braucht die USA, aber die USA brauchen auch die NATO“, so Rutte. Selbst wenn sich die amerikanischen Prioritäten verschieben sollten, werde eine starke US-Präsenz in Europa bestehen bleiben, schlicht weil es im strategischen Interesse Washingtons liege.
Alarmstufe Rot bei der Ukraine-Hilfe
Rutte nutzte die Gelegenheit nicht nur für geopolitische Grundsatzdebatten, sondern auch für einen dringenden Appell zur aktuellen Lage in der Ukraine. Er warnte, dass die Abfangraten russischer Drohnen gesunken seien. Der Grund ist simpel und tödlich: Es fehlt an geeigneten Abfangraketen (Interceptors).
Der NATO-Chef forderte die Abgeordneten des Europaparlaments auf, Druck auf jene europäischen Regierungen auszuüben, die noch auf vollen Lagern sitzen, diese aber nicht freigeben. Er nannte keine Namen, machte aber die Dringlichkeit deutlich: „Es ist Tag für Tag ein Unterschied zwischen Leben und Tod. Es entscheidet darüber, ob wir kritische Energieinfrastruktur schützen können oder nicht.“
Selenskyjs Zweifel hallen nach
Ruttes Aussagen spiegeln eine Debatte wider, die auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kürzlich in Davos angestoßen hatte. Selenskyj hatte kritisiert, dass Europas Sicherheit derzeit nur auf dem „Glauben“ basiere, dass die USA im Ernstfall eingreifen würden. „Niemand hat die Allianz wirklich in Aktion gesehen“, warnte Selenskyj und stellte die bange Frage: Was passiert, wenn Putin das Baltikum testet und Washington zögert?
Mark Ruttes Botschaft ist ein Weckruf zur Unzeit. Während Europa politisch über mehr Eigenständigkeit diskutiert, macht der NATO-Chef militärisch klar: Der Weg zur Autonomie ist so teuer und steinig, dass er kurzfristig kaum mehr als eine Illusion ist.