Steve Witkoff und Jared Kushner vertreten die USA bei den Ukraine-Friedensgesprächen der Koalition der Willigen in Paris

In einer Zeit, in der der Angriffskrieg durch Russland in der Ukraine bereits fast vier Jahre andauert und Millionen von Menschen in Unsicherheit und Leid stürzt, rückt ein neues Kapitel in den Friedensbemühungen in den Vordergrund.

Steve Witkoff und Jared Kushner vertreten die USA bei den Ukraine-Friedensgesprächen der Koalition der Willigen in Paris
Foto: Telegram V_Zelenskiy_official

Diese Woche findet in Paris ein hochkarätiges Treffen der sogenannten "Koalition der Willigen" statt, das von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer gemeinsam organisiert wird. Besonders aufmerksamkeitsstark ist die Beteiligung der USA, vertreten durch Steve Witkoff, den Spezialgesandten von Präsident Donald Trump, und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn. Dieses Treffen könnte ein Wendepunkt in den Verhandlungen sein, die darauf abzielen, den Krieg zu beenden und eine stabile Zukunft für Europa zu sichern.

Der Hintergrund: Ein Krieg, der Europa erschüttert

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 hat der Konflikt unzählige Leben gefordert, Städte zerstört und globale Lieferketten durcheinandergebracht. Die internationalen Bemühungen um Frieden waren bisher von Misstrauen geprägt: Sanktionen gegen Russland, Waffenlieferungen an Kyjiw und diplomatische Initiativen haben zwar Fortschritte erzielt, aber keinen Durchbruch. Nun tritt die "Koalition der Willigen" – ein informelles Bündnis von Ländern, die aktiv für eine Verhandlungslösung eintreten – auf den Plan. Diese Koalition umfasst westliche Mächte, die Druck auf Russland ausüben wollen, ohne direkte militärische Eskalation.

Bereits im vergangenen Monat gab es ein Vorbereitungstreffen in Berlin, bei dem Witkoff und Kushner die USA vertraten. Selenskyj selbst hat in seiner Neujahrsansprache betont, dass der Krieg 2026 enden könnte, wenn der internationale Druck auf Russland verstärkt wird. "Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig", erklärte er, "aber die verbleibenden 10 Prozent werden das Schicksal der Ukraine und Europas bestimmen." Selenskyj wies darauf hin, dass Russland den Krieg schnell beenden könnte, es aber nicht wolle, und rief zu "dringendem globalem Druck" auf, um den "russischen Aggressor" zu stoppen.

Die Schlüsselspieler: Witkoff, Kushner und Rutte im Fokus

Das Pariser Treffen, das für den 6. Januar 2026 angesetzt ist, wird durch die Präsenz hochrangiger Vertreter aufgewertet. NATO-Generalsekretär Mark Rutte nimmt teil, der die Allianz seit kurzem leitet und für seine pragmatische Haltung bekannt ist.

Besonders interessant ist die US-Delegation: Steve Witkoff, ein enger Vertrauter Trumps und Immobilienmogul, wurde als Spezialgesandter ernannt, um die Verhandlungen zu leiten. Witkoff bringt keine klassische diplomatische Erfahrung mit, sondern eher ein Geschäftsdenken – eine typische Trump-Ära-Entscheidung, die auf Deal-Making setzt statt auf bürokratische Protokolle. Begleitet wird er von Jared Kushner, der bereits während Trumps erster Amtszeit eine zentrale Rolle in der Nahost-Politik spielte und die Abraham-Abkommen mitverhandelte. Kushners Beteiligung weckt Erinnerungen an seine umstrittenen, aber effektiven Diplomatieansätze.

Ein White-House-Vertreter bestätigte: "Der Spezialgesandte des Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff, und sein Schwiegersohn Jared Kushner werden die Vereinigten Staaten bei den Verhandlungen zur Ukraine in Paris diese Woche vertreten.

"Macron und Starmer als Gastgeber unterstreichen die europäische Führungsrolle: Frankreich hat sich als Vermittler positioniert, während das Vereinigte Königreich enge Bande zur Ukraine pflegt. Die Koalition zielt darauf ab, Russland zu isolieren und Kyjiw zu stärken, ohne die NATO direkt einzubinden – ein Balanceakt, der Eskalationsrisiken minimiert. Das Treffen soll insbesondere konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands oder Friedensabkommens finalisieren.

Mögliche Implikationen: Hoffnung auf 2026 oder neuer Stillstand?

Die Beteiligung von Witkoff und Kushner signalisiert einen Wandel in der US-Politik unter Trump: Weg von uneingeschränkter Unterstützung für die Ukraine hin zu einer Verhandlungslösung, die möglicherweise Zugeständnisse an Russland beinhaltet. Kritiker fürchten, dass dies die ukrainische Souveränität untergraben könnte, während Befürworter argumentieren, dass nur ein Deal den Krieg beenden kann. Selenskyjs optimistische Worte – der Krieg könnte 2026 enden – kontrastieren mit der Realität: Russland zeigt wenig Bereitschaft zu Kompromissen, und interne Spaltungen in der EU und NATO erschweren ein einheitliches Vorgehen.

Dennoch birgt das Pariser Treffen Potenzial für Durchbrüche. Könnte Kushners Deal-Maker-Expertise, gepaart mit Ruttes NATO-Know-how, zu einem Rahmenabkommen führen? Oder wird es bei symbolischen Gesten bleiben? Die Welt beobachtet gespannt, denn ein Scheitern könnte den Krieg verlängern und Europa weiter destabilisieren.

Insgesamt unterstreicht dieses Treffen die Dringlichkeit globaler Diplomatie in einer polarisierten Welt. Während Selenskyj mahnt, dass "Russland den Krieg schnell beenden könnte, es aber nicht will", bleibt die Hoffnung, dass 2026 das Jahr des Friedens wird. Die "Koalition der Willigen" könnte der Katalysator sein – oder nur ein weiterer Schritt in einem langen, schwierigen Prozess