Starlink auf russischen Shahed-Drohnen: Ukraine und SpaceX packen das Problem gemeinsam an
In einem neuen Kapitel des technologischen Katz-und-Maus-Spiels im Ukraine-Krieg haben russische Streitkräfte begonnen, Starlink-Satellitenterminals von SpaceX in ihre iranischen Shahed-Drohnen (auch Geran-2 genannt) einzubauen.
Das erlaubt den Kamikaze-Drohnen, ukrainische elektronische Kriegsführung zu umgehen – und ermöglicht präzise Angriffe auf Städte und zivile Ziele. Doch jetzt schlagen das ukrainische Verteidigungsministerium und SpaceX Alarm: Beide Seiten arbeiten fieberhaft an Lösungen.
Das Problem ist brisant: Normale russische Drohnenkommunikation kann durch ukrainische Störsender (EW-Systeme) effektiv unterdrückt werden. Starlink jedoch ist dagegen weitgehend immun – weder lässt es sich leicht stören noch können die Positionen der Drohnen durch Funkaufklärung geortet werden.
Das Ergebnis: Russische Drohnen erreichen ihr Ziel oft unbemerkt und treffen mit hoher Treffsicherheit. Laut ukrainischen Angaben gibt es bereits „hunderte bestätigte Fälle“, in denen solche Drohnen nicht militärische Objekte, sondern Wohngebiete, Städte im Hinterland und die Frontlinie attackiert haben – ein Vorgehen, das Kyjiw als „Terrorismus mit moderner westlicher Kommunikationstechnologie“ bezeichnet.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorow reagierte blitzschnell: „Nur wenige Stunden nachdem russische Drohnen mit Starlink über ukrainischen Städten auftauchten, hat unser Team Kontakt zu SpaceX aufgenommen und Lösungswege vorgeschlagen. Ich bin Gwynne Shotwell und persönlich Elon Musk sehr dankbar für die rasche Reaktion und den sofortigen Beginn der Arbeiten. “Fedorow erinnerte zudem an die entscheidende Rolle von Elon Musk zu Beginn der großangelegten Invasion 2022, als dieser Starlink binnen Stunden freischaltete und die ersten Terminals in die Ukraine lieferte – eine Entscheidung, die für die ukrainische Widerstandsfähigkeit „entscheidend“ war."
I am grateful to SpaceX President @Gwynne_Shotwell and personally to @elonmusk for their swift response and for immediately beginning work on a solution.
— Mykhailo Fedorov (@FedorovMykhailo) January 29, 2026
Elon Musk’s decision to urgently activate Starlink and send the first batch of terminals to Ukraine at the outset of the…
Der EW-Experte und Berater des Ministeriums, Serhii „Flash“ Beskrestnov, unterstreicht die technische Dimension: „Starlink kann nicht durch elektronische Kriegsführung unterdrückt werden, und die Positionen der Drohnen lassen sich nicht orten. Deshalb muss die Lösung organisatorisch sein – also Verhandlungen mit der SpaceX-Führung und gemeinsame Suche nach einem Weg. Wir sind Elon Musk persönlich sehr dankbar für die schnelle Reaktion und die Hilfsbereitschaft."
Hintergrund: Die westlichen Sanktionen sollten eigentlich verhindern, dass Starlink über russischem Territorium funktioniert – doch Russland nutzt die Satelliten nun über ukrainischem Gebiet aus der Luft. Währenddessen sind ukrainische Drohnen weiterhin auf veraltete Methoden wie Funkbaken oder Mobilfunk-SIM-Karten angewiesen, die leichter gestört werden können.
Aktuell laufen intensive Gespräche zwischen Kyjiw und SpaceX. Es werden sowohl schnelle temporäre Maßnahmen als auch eine umfassendere, langfristige Lösung erarbeitet. Ziel ist klar: Westliche Technologien sollen weiterhin Demokratien und Zivilisten schützen – und nicht für Angriffe auf Wohnviertel missbraucht werden.
Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell sich der Krieg in der Grauzone zwischen Innovation und Missbrauch bewegt. Die Kooperation zwischen Ukraine und SpaceX könnte ein entscheidender Schritt sein, um Russlands Drohnen-Terror zu stoppen – und gleichzeitig ein Signal, dass Tech-Unternehmen in modernen Konflikten eine wachsende Verantwortung tragen.