Selenskyj wendet sich direkt an Putin: „Ich bin bereit zum Treffen – wir müssen den Krieg sofort beenden“

Zum vierten Jahrestag des russischen Großangriffs auf die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj eine direkte Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet.

Selenskyj wendet sich direkt an Putin: „Ich bin bereit zum Treffen – wir müssen den Krieg sofort beenden“
Foto: Präsidialamt der Ukraine

Kyjiw – In einem Interview mit der ARD (Tagesschau) erklärte Selenskyj seine Bereitschaft zu einem persönlichen Treffen und signalisierte Kompromissbereitschaft bei einem Waffenstillstand.

„Sie haben all ihre Stimmen, ihre Rechte, ihre Körper vollständig einer einzigen Person übergeben – Putin. Deshalb habe ich keine Nachricht an die Russen, aber meine Botschaft an Putin ist sehr einfach: Ich bin bereit zum Treffen. Wir müssen den Krieg beenden“, sagte Selenskyj wörtlich.

Der ukrainische Präsident betonte zugleich seine Offenheit für Verhandlungen über territoriale Fragen und erklärte sich zu Kompromissen beim sofortigen Stopp der Kampfhandlungen bereit. „Wir müssen den Krieg sofort beenden“, wiederholte er.

Die Aussage fällt genau vier Jahre nach Beginn der großangelegten russischen Invasion am 24. Februar 2022. Selenskyj nutzte das Interview auch, um die Entschlossenheit der Ukrainer zu unterstreichen: Das ukrainische Volk habe sich bewusst für den Widerstand entschieden, trotz aller Opfer und Zerstörungen.

Die direkte Ansprache an Putin erfolgt vor dem Hintergrund intensiver internationaler Bemühungen um eine Friedenslösung. Parallel dazu hatte Großbritannien am selben Tag das bisher umfangreichste Sanktionspaket gegen Russland seit Kriegsbeginn angekündigt, das vor allem auf den russischen Öl- und Energiesektor abzielt.

Selenskyj hatte in den vergangenen Wochen wiederholt betont, dass ein persönliches Treffen mit Putin entscheidend für einen tragfähigen Waffenstillstand sein könnte. Er schloss dabei weder territoriale Kompromisse noch andere schwierige Fragen aus, machte jedoch klar, dass die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine nicht verhandelbar seien.

Ob der Kreml auf das Angebot reagieren wird, bleibt abzuwarten. Bislang hat Moskau jede direkte Verhandlung mit Selenskyj abgelehnt und ihn als „illegitim“ bezeichnet.

Die ARD-Interview-Ausschnitte wurden am Dienstagvormittag veröffentlicht und sorgten international für Aufsehen. Parallel wandte sich Selenskyj in einer separaten Videoansprache an das ukrainische Volk und zeigte unter anderem den Bunker in der Präsidentenverwaltung, in dem die Führung den Beginn der Invasion erlebt hatte.

Mit seiner klaren Botschaft an Putin unterstreicht der ukrainische Präsident einmal mehr seine Verhandlungsbereitschaft – zugleich aber auch die Entschlossenheit, keinen Frieden um jeden Preis zu akzeptieren.