Selenskyj: Ukraine bereit zu Osterwaffenruhe und Energie-Waffenstillstand
Die Ukraine ist bereit für einen Osterfrieden und für Formate zur Beendigung des Krieges, so Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Montag erklärt, die Ukraine sei grundsätzlich zu einer Osterruhe, einem Energiewaffenstillstand und letztlich zu jedem Format einer Kriegsbeendigung bereit – vorausgesetzt, es gefährde weder die Würde noch die Unabhängigkeit des Landes. „Normale Menschen, die das Leben achten, sprechen von einer dauerhaften Waffenruhe", sagte Selenskyj in einem Audiokommentar gegenüber Journalisten. Die Ukraine sei zu allen Kompromissen bereit – „außer Kompromissen mit unserer Würde und unserem Souveränismus."
Mit Blick auf eine mögliche Osterruhe machte Selenskyj eine bemerkenswerte taktische Einschätzung: Russland könne seine Positionen in zwei bis drei Tagen ohnehin nicht entscheidend festigen. Das klingt nach einer impliziten Bereitschaft, eine kurzfristige Feuerpause einzugehen, ohne strategische Nachteile befürchten zu müssen.
Besonders konkret äußerte sich der Präsident zum Thema Energiewaffenstillstand – einem Vorschlag, der nach Informationen aus dem Umfeld der Gespräche über Länder des Nahen Ostens an Russland herangetragen werden soll. Selenskyj stellte klar, dass die Ukraine nicht von sich aus russische Energieinfrastruktur angreife, sondern stets nur reagiere: auf russische Angriffe gegen ukrainische Kraftwerke, Umspannwerke und Heizsysteme. In den vergangenen Wochen hatte die Ukraine wiederholt Signale erhalten, ihre Schläge gegen russische Energieanlagen zu reduzieren – angesichts der durch den Nahost-Krieg ausgelösten globalen Energiekrise.
Selenskyjs Botschaft ist eindeutig: Wenn Russland aufhört, ukrainische Energie anzugreifen, hört die Ukraine auf zu antworten. Das Angebot liege seit Längerem auf dem Tisch – für eine vollständige Waffenruhe, einen Energiewaffenstillstand, die Sicherung von Nahrungsmittellieferungen, einen Stopp aller Drohnen- und Raketeneinsätze sowie die Öffnung von See- und Luftraum. „Wir haben das alles vorgeschlagen und wir sind offen. Wenn die Russen bereit sind – bitte, wir sind bereit."
Ergänzend teilte Selenskyj mit, dass Katar dabei helfe, den Kontakt mit Russland in der Frage der nach Russland verschleppten ukrainischen Kinder aufrechtzuerhalten – ein Thema, das in den Gesprächen eine eigene sensible Dimension hat.
Die Erklärungen des Präsidenten fügen sich in ein Bild vorsichtiger, aber erkennbarer Gesprächsbereitschaft ein. Selenskyj signalisiert damit, dass Kyjiw die Verhandlungsdiplomatie nicht aufgegeben hat – hält aber gleichzeitig an der Grundlinie fest, dass Frieden nicht auf Kosten der ukrainischen Souveränität erzielt werden darf.