Selenskyj trifft Trump zum Schicksalsgipfel in Davos
Es ist das wohl am meisten erwartete Treffen des diesjährigen Weltwirtschaftsforums (WEF): In den Schweizer Alpen sind der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump heute zu direkten Gesprächen zusammengekommen.
Das Treffen markiert einen entscheidenden Moment in den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges.
Zunächst herrschte Unklarheit über das Stattfinden des Gipfels. Nachdem Selenskyj seine Reise aufgrund massiver russischer Luftangriffe auf die ukrainische Infrastruktur zunächst infrage gestellt hatte, bestätigte sein Sprecher Serhij Nykyforow am Donnerstagmorgen schließlich die Ankunft in der Schweiz.
Trump drängt auf schnellen Abschluss
Donald Trump, der das Treffen ursprünglich bereits für Mittwoch angekündigt hatte, gab sich gewohnt selbstbewusst. In seiner Rede vor dem Forum betonte er, dass sowohl Präsident Putin als auch Präsident Selenskyj bereit seien, eine Einigung zu erzielen. „Sie müssen diesen Krieg beenden, weil zu viele Menschen sterben, sinnlos sterben“, erklärte Trump mit Verweis auf die erschütternden Opferzahlen, die nach seinen Angaben jene des Zweiten Weltkriegs zu übertreffen drohen.
Beobachter werten Trumps Rhetorik als klares Signal, dass die US-Administration den Druck auf Kyjiw erhöht, einer Verhandlungslösung zuzustimmen. Parallel dazu hat Trump in Davos seine neue Initiative, ein internationales „Board of Peace“, vorgestellt, mit dem er seine Rolle als globaler Friedensstifter zementieren will.
Kyjiws schwieriger Spagat
Für Wolodymyr Selenskyj ist die Reise ein diplomatischer Drahtseilakt. Während er in der Heimat mit den Folgen der jüngsten Angriffswellen zu kämpfen hat, muss er in Davos sicherstellen, dass mögliche Friedenspläne nicht zulasten der ukrainischen Souveränität gehen. Neben dem Treffen mit Trump stehen für den ukrainischen Präsidenten auch Gespräche mit Energiekonzernen und eine Rede vor dem Forum auf dem Programm, um dringend benötigte Investitionen für den Wiederaufbau zu sichern.
Das Treffen findet hinter verschlossenen Türen statt. Details über den genauen Inhalt der Gespräche sind noch nicht bekannt, doch die Stimmung in Davos ist angespannt. Die Welt blickt nun darauf, ob aus dem „Geist des Dialogs“ – dem Motto des 56. WEF – ein konkreter Fahrplan für den Frieden oder ein von Washington diktierter Kompromiss wird.