Selenskyj trifft syrischen Präsidenten al-Sharaa: „Großes Interesse am Austausch militärischer und sicherheitspolitischer Erfahrungen“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Sonntag zu einem überraschenden Besuch in Damaskus eingetroffen. Dort traf er den syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa zu Gesprächen. Es ist der erste Besuch eines ukrainischen Staatschefs in Syrien seit vielen Jahren.

Selenskyj trifft syrischen Präsidenten al-Sharaa: „Großes Interesse am Austausch militärischer und sicherheitspolitischer Erfahrungen“
Foto: t.me/V_Zelenskiy_official

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag, 5. April 2026, in der syrischen Hauptstadt Damaskus seinen Amtskollegen Ahmed al-Sharaa getroffen. Bei den Gesprächen standen die Vertiefung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit sowie wirtschaftliche und regionale Themen im Mittelpunkt. Selenskyj reiste gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan nach Damaskus – ein Besuch, der als Zeichen aktiver ukrainischer Diplomatie in der Region gewertet wird.

Wie Selenskyj unmittelbar nach dem Treffen auf Telegram mitteilte, vereinbarten die beiden Staatschefs, enger zusammenzuarbeiten, „um unseren Gesellschaften mehr Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben“. Besonders hervorgehoben wurde das „große Interesse am Austausch von militärischem und sicherheitspolitischem Know-how“. Die Ukraine wolle ihre Erfahrungen aus dem Abwehrkrieg gegen Russland einbringen, während Syrien an einer Stabilisierung des Landes nach Jahren der Konflikte arbeitet.

Die Staatsmänner erörterten zudem die aktuelle Lage im Nahen Osten und Perspektiven für eine Verbesserung der regionalen Sicherheit. Selenskyj bedankte sich ausdrücklich bei Syrien für die Unterstützung der Ukraine im russischen Angriffskrieg. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf wirtschaftlicher Kooperation: Die Ukraine positioniert sich als zuverlässiger Lieferant von Lebensmitteln und möchte gemeinsam mit Syrien die Ernährungssicherheit in der gesamten Region stärken. Auch die Energie- und Infrastrukturprobleme Syriens wurden angesprochen – Kyjiw signalisierte Bereitschaft zur Unterstützung.

Es handelt sich um den ersten hochrangigen Besuch eines ukrainischen Präsidenten in Syrien seit vielen Jahren. Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern waren im September 2025 in New York wiederhergestellt worden, als Selenskyj und al-Sharaa am Rande der UN-Generalversammlung zusammentrafen und ein entsprechendes Kommuniqué unterzeichneten.

Der ukrainische Präsident schrieb weiter: „Wir setzen unsere aktive Diplomatie für echte Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit fort. Jede Nation, jede Region verdient ein friedliches Leben.“ Der Besuch reiht sich ein in eine Serie von Reisen Selenskyjs in den Nahen Osten, bei denen es zuletzt vor allem um Sicherheitsabkommen und den Austausch militärischer Expertise ging.

Weder das ukrainische Präsidialamt noch die syrische Seite haben bislang weitere Details zu möglichen konkreten Abkommen veröffentlicht. Beobachter sehen in dem Treffen jedoch ein Signal für eine Neuausrichtung Syriens in der internationalen Politik nach dem Machtwechsel und eine Stärkung der ukrainischen Position in der Region.