Selenskyj: Seit Jahresbeginn hat die Ukraine 460 Quadratkilometer befreit
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ positive Entwicklungen an der Front gemeldet.
Seit Anfang des Jahres konnten die ukrainischen Streitkräfte 460 Quadratkilometer Territorium befreien.
Selenskyj betonte zugleich den ungebrochenen Willen der Ukraine zum Frieden, machte aber klar, dass das Land seine Verteidigung massiv ausbauen werde. „Wir produzieren mehr Drohnen und entwickeln neue Technologien. Wir diversifizieren unsere Kriegsführung, um den Widerstand fortzusetzen“, erklärte der Präsident.
Er beschrieb die Lage auf russischer Seite als kritisch: „Jetzt plant Putin, 400.000 neue Soldaten zu mobilisieren, aber seine Armee hört auf zu wachsen. Die Verluste entsprechen den neuen Rekruten – sie sind gelähmt, nahe einer Krise.“ Ernsthafte Verhandlungen seien erst möglich, wenn die russische Armee tatsächlich zu schrumpfen beginne. Selenskyj räumte ein, dass auch der Ukraine Personal fehle, und bekräftigte deshalb den Wunsch nach einem raschen Kriegsende.
Der Präsident bewertete den russischen Winterangriff als gescheitert. Putin habe gezielt Kraftwerke angegriffen, um die Zivilbevölkerung gegen die Armee aufzubringen – ohne Erfolg. „Mit Wärme erneuern sich die Hoffnungen“, sagte Selenskyj. Für das Frühjahr rechne er mit neuen russischen Offensiven, die jedoch ebenfalls scheitern würden: „Viele Soldaten sterben vergeblich.“
Besonders erfolgreich verlief zuletzt die ukrainische Gegenoffensive im Raum Huljajpole und Oleksandriwka (Donezk-Region). Bereits am 16. Februar bestätigte Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj den Beginn der Operation. In nur vier Tagen konnten 200 Quadratkilometer zurückerobert werden, bis Ende Februar waren es 400 Quadratkilometer sowie acht Dörfer. Die Kämpfe werden maßgeblich von Fallschirmjäger-Einheiten getragen.
Die Befreiung weiterer 60 Quadratkilometer im März bringt die Gesamtbilanz seit Jahresbeginn auf 460 Quadratkilometer. Selenskyj wertete dies als klares Zeichen, dass die Ukraine trotz anhaltender russischer Übermacht an Boden gewinnt und ihre Position für künftige Verhandlungen stärkt.