Selenskyj lädt Fico in die Ukraine ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den slowakischen Premierminister Robert Fico zu einem Besuch in die Ukraine eingeladen, um „alle bestehenden Fragen“ zu besprechen.

Selenskyj lädt Fico in die Ukraine ein
Foto: UNIAN, president.gov.ua

Die Einladung erfolgte während eines Telefonats zwischen den beiden Politikern und zielt auf die Lösung anhaltender Spannungen in den bilateralen Beziehungen ab, insbesondere im Energiebereich.

Die Einladung wurde über die Social-Media-Plattform X vom Amt des Präsidenten bekannt gegeben. In der Mitteilung hieß es: „Gerade jetzt spricht der Präsident mit dem Premierminister der Slowakei Robert Fico. Der Präsident lädt ihn in die Ukraine ein, um alle bestehenden Fragen zu besprechen.“ Dies markiert einen Versuch, die kürzlich eskalierten Konflikte durch direkten Dialog zu entschärfen.

Hintergrund der Spannungen

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und der Slowakei sind derzeit von Streitigkeiten im Energiesektor belastet. Am 27. Januar hatte Russland einen gezielten Angriff auf die Druschba-Ölpipeline gestartet, was den Öltransit in die Slowakei und Ungarn unterbrach. Als Reaktion darauf kündigte Fico am 23. Februar an, dass die Slowakei die Notstromlieferungen an die Ukraine einstellen werde. Er begründete dies mit der Unterbrechung des russischen Öltransits über die Pipeline und drohte, die staatliche Gesellschaft SEPS anzuweisen, die Lieferungen sofort zu stoppen, falls die Ölversorgung nicht wieder aufgenommen werde.

Trotz dieser Drohungen und ähnlicher Äußerungen des ungarischen Premierministers Viktor Orbán zeigen Daten des Europäischen Netzwerks der Übertragungsnetzbetreiber für Elektrizität (ENTSO-E), dass kommerzielle Stromimporte aus Ungarn und der Slowakei in die Ukraine weiterhin stattfinden. Fico und Orbán haben zudem vorgeschlagen, eine Untersuchungskommission zur Überprüfung des Zustands der Pipeline einzurichten.

Geopolitischer Kontext

Die Einladung Selenskyjs unterstreicht die gegenseitige Abhängigkeit in der Energieversorgung zwischen den Ländern. Unter Ficos Führung hat die Slowakei ihre Unterstützung für die Ukraine an die Wiederaufnahme russischer Öllieferungen geknüpft, was die geopolitischen Spannungen in der Region widerspiegelt. Experten sehen in dem geplanten Treffen eine Chance, die bilateralen Beziehungen zu stabilisieren, insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts in der Ukraine.

Bislang gibt es keine offizielle Reaktion aus Bratislava auf die Einladung. Ob Fico sie annimmt, bleibt abzuwarten, könnte jedoch einen wichtigen Schritt zur Deeskalation darstellen.