Selenskyj kündigt neuen Gefangenenaustausch mit Russland an – Erstes konkretes Ergebnis laufender Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen weiteren Austausch von Kriegsgefangenen mit Russland angekündigt.

Selenskyj kündigt neuen Gefangenenaustausch mit Russland an – Erstes konkretes Ergebnis laufender Verhandlungen
Foto: Ukrinform

Dies sei das erste greifbare Resultat der laufenden Verhandlungen zwischen den Delegationen aus Kyjiw, Moskau und den USA, teilte Selenskyj mit.

Der Austausch soll in Kürze stattfinden, konkrete Zahlen oder Termine nannte er jedoch nicht.In einer Videobotschaft aus seinem Telegram-Kanal betonte Selenskyj, dass der Krieg „real und nicht nur deklarativ“ beendet werden müsse. „Unsere ukrainische Position ist sehr klar: Den Krieg muss man wirklich beenden. Genau Russland muss dazu bereit sein. Und auch die Partner müssen bereit sein, das wirklich mit realen Garantien zu gewährleisten – Garantien der Sicherheit – mit realem Druck auf den Aggressor“, sagte er wörtlich.

Der Präsident warnte zugleich davor, Russland mit irgendwelchen Zugeständnissen zu belohnen. „Wenn irgendeine Belohnung für den Aggressor gegeben wird, wird Russland mit der Zeit jede Vereinbarung brechen“, so Selenskyj. Die Rückführung ukrainischer Bürger aus russischer Gefangenschaft bleibe eine zentrale Priorität seiner Politik. Der Konflikt dürfe nicht mit einer bloßen Pause enden, die nur den nächsten Angriff ermögliche, sondern müsse mit echtem Fortschritt hin zu einem dauerhaften Frieden abgeschlossen werden.

Die Ankündigung erfolgte unmittelbar nach dem zweiten Treffen der dreiseitigen Verhandlungsdelegation (Ukraine – Russland – USA). Bereits im Winter hatten Gespräche stattgefunden, bei denen viele Beobachter ein baldiges Waffenstillstandsabkommen erwartet hatten – dieses blieb jedoch aus. Russland wird in Kyjiw und Washington vorgeworfen, den Friedensprozess bewusst zu verzögern.

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte kürzlich die russische Haltung als „äußerst verständlich“ bezeichnet – eine Formulierung, die in der Ukraine als zynisch wahrgenommen wird. Selenskyj machte deutlich, dass nur echter internationaler Druck und verbindliche Sicherheitsgarantien Russland zu einer ernsthaften Beendigung des Krieges bewegen könnten.

Der angekündigte Gefangenenaustausch könnte ein erster Vertrauensbeweis sein und die Verhandlungen beleben. Bisherige Austausche hatten in den vergangenen Jahren mehrmals Hunderte Gefangene auf beiden Seiten freigegeben, darunter auch prominente Fälle wie Verteidiger von Mariupol oder Azow-Kämpfer.

Beobachter werten die Ankündigung als vorsichtiges positives Signal, warnen jedoch, dass der Weg zu einem umfassenden Frieden noch weit sei. Die ukrainische Seite beharrt darauf, dass jede Vereinbarung nur auf Grundlage internationalen Rechts und ohne territoriale Zugeständnisse an Russland getroffen werden dürfe.