Selenskyj kritisiert Luftstreitkräfte: Unzufriedenheit mit dem Abschuss von Shahed-Drohnen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Arbeit der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine (VSU) scharf kritisiert.

Selenskyj kritisiert Luftstreitkräfte: Unzufriedenheit mit dem Abschuss von Shahed-Drohnen
Foto: Präsidialamt der Ukraine

In einer jüngsten Ansprache äußerte Selenskyj seine Unzufriedenheit mit der Effizienz beim Abschuss feindlicher Drohnen vom Typ "Shahed" während eines massiven russischen Luftangriffs in der Nacht zum 20. Januar. Selenskyj betonte, dass die Organisation der Luftverteidigung dringend verbessert werden müsse, obwohl ausreichend Ressourcen vorhanden seien.

Der Angriff und die Bilanz

In der besagten Nacht starteten russische Truppen einen umfangreichen Angriff mit 339 Kampfdrohnen, darunter Modelle wie Shahed, Gerbera, Italmas und andere Typen. Laut Berichten der ukrainischen Luftstreitkräfte konnten 315 dieser Drohnen abgeschossen oder durch Störsignale unschädlich gemacht werden. Zusätzlich wurden 14 von 18 ballistischen Raketen abgefangen. Die vier verbliebenen Raketen trafen jedoch Energieinfrastrukturobjekte, was zu erheblichen Schäden führte.

Besonders betroffen war die Region Kyjiw, wo Drohnen ein Energieobjekt trafen. Präsident Selenskyj hob in seiner Abendansprache hervor, dass in der Hauptstadt rund eine Million Verbraucher ohne Strom seien und mehr als 4.000 Haushalte ohne Heizung auskommen müssten. Sofortige Reparaturteams seien im Einsatz, um die Versorgung wiederherzustellen.

Selenskyjs Kritikpunkte

In einem speziellen Selektoren-Treffen mit regionalen Verantwortlichen und dem Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov analysierte Selenskyj die Situation detailliert. "Die Arbeit der Luftstreitkräfte bei den Shaheds ist unzufriedenstellend, obwohl viele Kräfte involviert sind – es gibt Abfangjäger, mobile Feuergruppen und F-16", sagte der Präsident. Er unterstrich, dass drei wesentliche Komponenten für den effektiven Drohnenabwehr bereits vorhanden seien, forderte jedoch eine grundlegende Umstrukturierung der Organisation.

Selenskyj kündigte an, dass es Konsequenzen geben werde: "Schlussfolgerungen werden gezogen." Zudem habe er angeordnet, mehr Mittel und Besatzungen für den Schutz bereitzustellen sowie die Logistik zu optimieren. Das Verteidigungsministerium sei bereits mit diesen Aufgaben betraut.

Kontext des Konflikts

Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur ein, die seit dem Beginn der Invasion im Februar 2022 andauern. Die Ukraine hat in den letzten Monaten ihre Luftverteidigung durch westliche Lieferungen wie F-16-Kampfjets und moderne Abwehrsysteme gestärkt, doch die schiere Anzahl der Drohnenangriffe stellt die Streitkräfte vor enorme Herausforderungen. Experten warnen, dass Russland seine Taktiken anpasst, um die ukrainische Verteidigung zu überfordern.

Zusätzlich zu den Drohnen wurden bei dem Angriff auch fortschrittliche Waffen wie die Hyperschallrakete "Zirkon" eingesetzt, was die Komplexität der Bedrohung unterstreicht. Die ukrainischen Streitkräfte berichteten von wichtigen Details zu dieser Rakete, die von den Seestreitkräften analysiert werden.

Ausblick und Implikationen

Selenskyjs offene Kritik könnte zu internen Reformen in den Luftstreitkräften führen und signalisiert die Dringlichkeit, die Verteidigungsfähigkeiten weiter zu verbessern. Internationale Partner wie die USA und die EU haben bereits zugesagt, weitere Unterstützung zu leisten, darunter neue Generationen von Abfangsystemen mit Künstlicher Intelligenz. Dennoch bleibt die Situation prekär, insbesondere in den Wintermonaten, wo Ausfälle der Energieversorgung lebensbedrohlich sein können.

Die ukrainische Regierung appelliert an die Bevölkerung, geduldig zu bleiben, während Reparaturen laufen. Weitere Updates zu den Folgen des Angriffs und möglichen Gegenmaßnahmen werden erwartet.