Selenskyj kritisiert Leistung der Luftverteidigung in Teilen der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Arbeit der Luftverteidigungskräfte in bestimmten Regionen des Landes als unzufriedenstellend bezeichnet.
In einem täglichen Selektivtreffen forderte Selenskyj dringende Maßnahmen, um russische Shahed-Drohnen effektiver abzuschießen, angesichts anhaltender Angriffe auf ukrainische Infrastruktur.
Selenskyj äußerte sich nach Berichten über die Folgen russischer Luftangriffe, die sich insbesondere auf Logistikziele konzentrieren. "Ich betrachte die Arbeit der Luftstreitkräfte in Teilen der Ukraine als unzufriedenstellend", sagte der Präsident. Er diskutierte mit dem Kommandeur der Luftstreitkräfte und dem Verteidigungsminister, welche Lösungen sofort umgesetzt werden müssen, um die Abwehr von Shahed-Drohnen zu verbessern. Diese Drohnen, die von Russland häufig eingesetzt werden, stellen eine anhaltende Bedrohung für zivile und militärische Ziele dar.
Die Angriffe haben in den letzten Wochen zugenommen, wie Selenskyj betonte. Im Januar allein kam es zu einer signifikanten Eskalation von Schlägen auf die Eisenbahninfrastruktur, die jedoch operativ wiederhergestellt werden konnte. Der Präsident lobte die Eisenbahner für ihre Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Betroffene Regionen umfassen Kyjiw und die Kyjiwer Oblast, wo über 1.200 Haushalte ohne Heizung sind, sowie Charkiw, Poltawa, Kropywnyzkyj, Winnyzja, Dnipropetrowsk und Saporischschja. Auch Grenzgebiete zu Russland und Frontnähe sind stark betroffen, mit laufenden Bemühungen um Energieversorgung und humanitäre Hilfe.
Im Treffen wurden weitere Themen angesprochen, darunter die Wiederherstellung der Energieversorgung in Charkiw und die Erhöhung von Unterstützungsprogrammen wie Thermopaketen für Betroffene. Der Energieminister Denys Schmyhal berichtete über Kogenerationsanlagen, während Premierministerin Julija Swyrydenko über digitale Tools für Echtzeitbedarfsanalysen informierte. Das Innenministerium (MWD) lieferte Updates zur Lage in den Frontregionen.
Selenskyjs Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine weiterhin mit russischen Luftangriffen konfrontiert ist, die Ziele wie Eisenbahnen und Energieanlagen treffen. Obwohl keine spezifischen Zahlen zu abgeschossenen Raketen oder Drohnen genannt wurden, unterstreicht der Präsident die Notwendigkeit innovativer Lösungen, um die Verteidigung zu stärken. Experten sehen dies als Aufruf zu internationaler Unterstützung für fortschrittliche Luftabwehrsysteme.
Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland dauert nun bereits über vier Jahre an, mit anhaltenden Verlusten auf beiden Seiten. Die ukrainische Regierung appelliert weiterhin an westliche Partner für militärische Hilfe, um solche Angriffe abzuwehren.